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Senkung des RVP durch Nifedipin bei Glaukom-Patienten mit Flammer-Syndrom besonders ausgeprägt

GLAUKOM Basel – mechentel news – In der Augenklinik des Universitätsspitals Basel bestimmten L. Fang, Stephanie Turtschi und Maneli Mozaffarieh bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POAG) den retinalen venösen Druck (RVP) in beiden Augen vor und 3 Wochen nach Therapie mit niedrig-dosiertem Nifedipin. Die retrospektive Studie umfasste 20 POAG-Patienten, die mit Nifedipin (5 mg täglich) behandelt worden waren und 20 nicht behandelte Kontrollpatienten. Sowohl in der Therapie- als auch in der Kontrollgruppe wurde zwischen den Patienten, die ein Flammer-Syndrom (FS) aufwiesen und denen, die es nicht zeigten, unterschieden. Bei allen Patienten wurde der RPV beideitig zum Ausgangszeitpunkt und drei Wochen später durch Kontaktlinsen-Ophthalmodynamometrie bestimmt und die gemessenen RVP-Werte der therapierten POAG-Patienten wurden mit den RVPs der unbehandelten POAG-Kontrollpatienten verglichen. Bei der Ophthalmodynamometrie wird über eine Kontaktlinse ein zunehmender Druck auf das Auge ausgeübt. Der Minimaldruck, bei dem eine venöse Pulsation nachweisbar ist, wird als ophthalmodynamometrische Kraft (ODF) bezeichnet. Der RVP ist definiert und berechnet aus der Summe aus ODF und Intraokulardruck (IOP) [RVP = ODF + IOP]. Drei Wochen nach Behandlung mit niedrig-dosiertem Nifedipin war der RVP in beiden Augen der Patienten signifikant vermindert im Vergleich zur Kontrollgruppe (durchschnittliche Absenkung um 12,5 mm Hg (Standardabweichung 12,5; p < 0,001). Bei Patienten mit FS wurde im Vergleich zu Patienten ohne FS ein stärkeres Ansprechen auf die Therapie beobachtet (durchschnittliche Absenkung von 16,07 gegenüber 7,28 mm Hg; Konfidenzintervall 5,2 – 9,3 gegenüber 12,3 – 19,7; p < 0,001). Nach der Behandlung wurde bei den Patienten kein signifikanter Unterschied der IOP-Werte festgestellt. In der unbehandelten Kontrollgruppe wurden nach drei Wochen weder bei den RVP- noch den IOP-Werten signifikante Unterschiede gemessen. Die Autoren stellen somit im April in elektronischer Vorab-Publikation in Graefe‘s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology fest, dass eine Behandlung mit niedrig-dosiertem Nifedipin den RVP in beiden Augen bei Glaukom-Patienten senkt, insbesondere bei solchen mit Flammer-Syndrom. Dieser Effekt könnte ihrer Meinung nach auf der partiellen Hemmung von Endothelin-1 (ET-1) durch Nifedipin beruhen. (bs)

Autoren: Fang L, Turtschi S, Mozaffarieh M. Korrespondenz: Department of Ophthalmology, University of Basel, Mittlere Strasse 91, 4031, Basel, Switzerland. E-Mail: Maneli.Mozaffarieh@usb.ch. Studie: The effect of nifedipine on retinal venous pressure of glaucoma patients with the Flammer-Syndrome. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2015 Apr 12. [Epub ahead of print] Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-015-3001-7.

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