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Beidhändiges Verfahren zur gleichzeitigen Reposition und Fixation dislozierter IOLs erfolgreich

CATARACT – Seoul – mechentel news – Bei Fällen von dislozierten Intraokularlinsen (IOLs) berichten Min Kim et al. aus der ophthalmologischen Abteilung am Gangnam Severance Hospital des Yonsei University College of Medicine in Seoul, Korea, über die kurzfristigen operativen Ergebnisse eines einmaligen operativen Eingriffs mit gleichzeitiger Repositionierung und nahtloser intraskleraler Fixation der Linse. 16 Augen von 16 Patienten, die eine gleichzeitige Wiederherstellung und intrasklerale Fixation dislozierter 3-teiliger IOLs erhalten hatten, wurden retrospektiv ausgewertet. Es wurden lamelläre Skleralappen (2,0 x 2,0 mm) mit Basis zum Limbus präpariert, es wurde eine Rundnadel von 22 Gauge benutzt, um 1,5 mm entfernt vom Limbus unter dem zuvor erzeugten Skleralappen eine Sklerotomie durchzuführen und des Weiteren erfolgte eine 23-Gauge Trans-pars-plana-Vitrektomie. Beidhändige Manöver mit zwei 23-Gauge-Fasszangen unter Beleuchtung durch ein Chandelier-System und mit einem Weitwinkel-Sichtbereich ermöglichte das Hervorholen von IOLs aus dem hinteren Glaskörperraum mit der einen Hand und gleichzeitig das Herausziehen der Haptik durch die Sklerotomie mit der anderen Hand in einem Schritt. Die hervorgezogene Haptik wurde in einen durch eine gebogenen 26-Gauge-Nadel erzeugten, 3-mm-weiten intraskleralen Tunnel plaziert. Zur Fixation der Haptiken und zum Verschluss der Skleralappen wurde Fibrinkleber verwendet. In allen 16 Augen (Durchschnittsalter 56,56 ± 19,89 Jahre) wurden die Intraokularlinsen erfolgreich repositioniert und durch intrasklerale Tunnel in der Sklera fixiert. Der durchschnittliche präoperative dekadische Logarithmus des Minimum separabile (minimum angel of resolution; logMAR) der best-korrigierten Sehschärfe betrug 0,92 ± 0,68 und verbesserte sich signifikant auf 0,289 ± 0,36 (p = 0,003) nach 6 Monaten. Während der Nachbeobachtungsperiode (10,1 ± 3,21 Monate) wurden postoperativ keine signifikanten Veränderungen der endothelialen Zellzahl oder der zentralen fovealen Dicke festgestellt (p = 0,203 beziehungsweise p = 0,979). Es traten keine bedeutsamen postoperativen Komplikationen wie IOL-Dislokation oder -Dezentralisation, Netzhautablösung, Endophthalmitis oder postoperative Hypotonie auf. Die Autoren fassen in der Juli-Ausgabe des Fachjournals Retina zusammen: Die simultane Reposition und nahtlose intrasklerale Haptik-Fixation dislozierter 3-teiliger IOLs durch dieses bimanuale Verfahren ist eine effektive, sichere und minimal invasive operative Methode, um dislozierte IOLs ohne weitere Explantation wiederherzustellen und zu fixieren. (bs)

Autoren: Kim M, Lee DH, Koh HJ, Lee SC, Kim ss. Korrespondenz: Department of Ophthalmology, Gangnam Severance Hospital, Yonsei University College of Medicine, Seoul, Korea. Studie: SURGICAL OUTCOME OF SIMULTANEOUS INTRAOCULAR LENS RESCUE AND SUTURELEss INTRASCLERAL TUNNEL FIXATION OF DISLOCATED INTRAOCULAR LENSES. Quelle: Retina. 2015 Jul;35(7):1450-7. doi: 10.1097/IAE.0000000000000484. Web: http://journals.lww.com/retinajournal/pages/articleviewer.aspx?year=2015&issue=07000&article=00022&type=abstract.

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