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Keine Unterschiede zwischen endothelialer und penetrierender Keratoplastik hinsichtlich Abstossungsreaktionen bei FED und PBK

CORNEA – Newcastle upon Tyne – mechentel news – Die Studie untersucht die Inzidenz und das Endergebnis der Abstossung von Hornhauttransplantaten nach endothelialer Keratoplastik (EK) und penetrierender Keratoplastik (PK) bei Fuchs-Endotheldystrophie (FED) und pseudophaker bullöser Keratopathie (PBK). Die Autoren um Gustavo S. Figueiredo vom Newcastle Eye Centre am Royal Victoria Infirmary in Newcastle upon Tyne, UK, berichten über eine Multicenter-Kohorten-Studie. Beim United Kingdom Transplant Registry (UKTR) angemeldete Patienten, die zwischen dem 1. April 2005 und dem 31. März 2011 eine EK oder PK wegen FED oder PBK erhielten, wurden in die Studie aufgenommen. Die Daten wurden nach 1 und 2 Jahren aus den Formularen des UKTR gewonnen. Der postoperative Einsatz von Steroiden unterscheidet sich zwischen den Chirurgen und kann durch dieses Berichtssystem nicht erfasst werden. Abstossungsereignisse wurden dadurch identifiziert, dass endotheliale Abstossung angegeben war. Insgesamt wurden 3486 Hornhaut-Transplantationen durchgeführt: 1973 bei FED, 1513 bei PBK. Für FED betrug das 2-Jahres-abstossungsfreie Überleben 93% (95% Konfidenzintervall [KI] 90% – 94%) bei PK und 94% (95% KI 92% – 96%) bei EK (p = 0,3). Bei Transplantaten mit einem Abstossungsereignis scheiterten anschliessend 50% der PKs (17) und 60% der EKs (15). Für PBK betrug das 2-Jahres-abstossungsfreie Überleben bei PK 88% (95% KI 86% – 90%) und 90% für EK (95% KI 86% – 92%; p = 0,6). Bei Transplantaten mit einem Abstossungsereignis scheiterten im Folgenden 85% der PKs (41) und 76% der EKs (22). Entzündungszeichen (z.B. konjunktivale Injektion, Vorhandensein keratischer Präzipitate und intraokulärer Zeichen) zum Zeitpunkt des chirurgischen Eingriffs war bei Patienten mit FED signifikant für die Entwicklung einer Abstossungsreaktion: 3,5 mal höher verglichen mit jenen ohne Entzündung (p = 0,02). Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im Juni 2015 bei dem American Journal of Ophthalmology zusammen, dass sich kein signifikanter Unterschied bezüglich des abstossungsfreien Überlebens zwischen EK und PK bei FED und PBK ergibt. Das Vorliegen einer Entzündung ist ein bedeutender Risikofaktor und ihre aufmerksame Kontrolle vor und nach dem chirurgischen Eingriff ist wichtig. (bs)

Autoren: Figueiredo GS, Jones MN, Krishna Y, Figueiredo FC, Larkin DF, Kaye SB; National Health Service Blood and Transplant Ocular Tissue Advisory Group (OTAG) and contributing ophthalmologists (OTAG Audit Study 17). Korrespondenz: Gustavo Souto Maior Figueiredo, Newcastle Eye Centre, Royal Victoria Infirmary, Queen Victoria Road, Newcastle upon Tyne, NE1 4LP, United Kingdom, E-Mail: gustavofigueiredo@hotmail.com. Studie: Transplant Rejection Following Endothelial Keratoplasty and Penetrating Keratoplasty in the United Kingdom: Incidence and Survival. Quelle: Am J Ophthalmol. 2015 Jun 24. pii: S0002-9394(15)00365-7. doi: 10.1016/j.ajo.2015.06.012 [Epub ahead of print] Web: http://www.ajo.com/article/S0002-9394%2815%2900365-7/abstract.

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