Fachverlag und Nachrichtenagentur

DMEK auch bei komplexen präoperativen Syndromen im Rahmen endothelialer Dekompensation geeignet

CORNEA Erlangen – mechentel news – Die posteriore lamelläre Keratoplastik (descemet membrane endothelial keratoplasty, DMEK) ist die Methode der Wahl, um Fuchs-Endotheldystrophie und Pseudophake Bullöse Keratopathie zu behandeln. Die Wissenschaftler um Julia M. Weller und Kollegen von der ophthalmologischen Abteilung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg in Erlangen, Deutschland, untersuchten ob DMEK ebenfalls als Routineverfahren bei endothelialen Dekompensationen, auch bei komplizierten präoperativen Situationen, geeignet erscheint. Die Daten der Forscher liefern Beweise, dass DMEK für die Behandlung von endothelialen Dekompensationen mit komplexen präoperativen Situationen anwendbar ist. Für diese im November in der Fachzeitschrift Cornea erschienene Studie wurde eine Gesamtheit von 1184 DMEK Operationen begutachtet und davon 24 Augen mit endothelialen Dekompensationen und komplexen präoperativen Situationen retrospektiv analysiert und in fünf Gruppen unterteilt: Gruppe 1: irido-corneales endotheliales Syndrom (n = 3), Gruppe 2: Aphakie, subluxierte intraokulare Linse der hinteren oder vorderen Augenkammer (n = 6), Gruppe 3: DMEK nach Trabekulektomie (n = 4), Gruppe 4: DMEK mit gleichzeitiger intravitrealer Injektion (n = 6) und Gruppe 5: DMEK nach Vitrektomie (n = 5). Die gemessenen Hauptkriterien waren die erzielte Sehschärfe, die zentrale Hornhautdicke, die endotheliale Zelldichte, die Rate der Blasenneubildung und die Rate des Transplantatversagens. Statistisch wurden die Untersuchungen jeweils mit der vorangegangen Untersuchung verglichen. Die Sehschärfe (logMAR) verbesserte sich nach einem, drei beziehungsweise sechs Monaten von 0,98 auf 0,53 (p = 0,002), 0,53 (p = 0,091) und 0,57 (p = 0,203). Die zentrale Hornhautdicke verringerte sich nach einem Monat von 731 ± 170 µm auf 546 ± 152 µm (p = 0,001), nach drei Monaten auf 514 ± 66 µm (p = 0,932) und nach sechs Monaten auf 554 ± 98 µm (p = 0,004). Die endotheliale Zelldichte des Spendermaterials verringerte sich von 2478 ± 185/mm auf 1454 ± 193/mm (p < 0,001), 1301 ± 298/mm (p = 0,241) und 1374 ± 261/mm (p = 0,213) nach einem, drei beziehungsweise sechs Monaten. Die Rate der Blasenneubildung betrug 46% (11 von 24) und bei vier Patienten (17%) kam es zum sekundären Transplantatversagen. (ut)

Autoren: Weller JM, Tourtas T, Kruse FE. Korrespondenz: Julia M. Weller, MD, Department of Ophthalmology, University of Erlangen-Nuremberg, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen, Germany. Electronic address: julia.weller@uk-erlangen.de. Studie: Feasibility and Outcome of Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty in Complex Anterior Segment and Vitreous Disease. Quelle: Cornea. 2015 Nov;34(11):1351-7. doi: 10.1097/ICO.0000000000000625. http://journals.lww.com/corneajrnl/pages/articleviewer.aspx?year=2015&issue=11000&article=00003&type=abstract.

© 2019 -  mechentel medizin
Fachverlag und Nachrichtenagentur