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Mikroinvasive 360°-Trabekulotomie verbessert postoperativ Ergebnisse der Kanaloplastik

GLAUCOMA Sulzbach – mechentel news – Eine Untersuchung zur Senkung des Intraokulardrucks und des Medikamentenbedarfs durch mikroinvasive 360°-Naht-Trabekulotomie nach Durchführung einer Kanaloplastik legten Anna-Maria Seuthe, Kai Januschowski und Peter Szurman aus der Augenklinik des Knappschaftskrankenhauses Sulzbach/Saar, Deutschland, vor. Die retrospektive, interventionelle Studie umfasste Patienten mit einem Offenwinkelglaukom oder sekundären Formen eines Glaukoms, die nach zuvor durchgeführter Kanaloplastik unter einem unzureichend therapierten Intraokulardruck (IOP) litten. Um den drucksenkenden Effekt der Kanaloplastik zu verbessern, wurde bei allen Patienten eine mikroinvasive 360°-Naht-Trabekulotomie über einen Konjunktiva-schonenden Zugang ab interno für die umlaufende Naht durchgeführt. Unter örtlicher Betäubung wurde dazu eine endgreifende Pinzette in die Vorderkammer eingeführt und unter gonioskopischer Sicht die Naht der Kanaloplastik gefasst und durch das Trabekelwerk herausgezogen. Die Hauptendkriterien waren die Senkung des Intraokulardrucks und die Anzahl der IOP-senkenden Medikationen nach 3 und 12 Monaten. Intra- und postoperative Komplikationen wurden systematisch dokumentiert. Insgesamt wurden 88 Augen von 88 Patienten in die Studie aufgenommen. Die durchschnittliche IOP-Senkung nach mikroinvasiver 360°-Naht-Trabekulotomie betrug nach 3 Monaten 37,5 % (vom Ausgangswert 22,8 ± 6,7 mm Hg auf 14,3 ± 3,1 mm Hg, p < 0,01) und 41,2 % nach 12 Monaten (von 22,8 ± 6,7 mm Hg auf 13,4 ± 2,3 mm Hg, p < 0,01). Die Anzahl IOP-senkender Medikationen sank signifikant von einem Durchschnittswert von 2,7 ± 1,4 auf 1,3 ± 1,4 nach 3 Monaten und auf 1,6 ± 1,2 nach 12 Monaten. Schwerwiegende Komplikationen wurden nicht beobachtet. Allerdings fanden sich schwache bis mässige retrograde Blutungen aus den Sammelkanälen in 25 % der Augen, die in allen Fällen spontan resorbiert wurden. Zusammenfassend stellen die Autoren die mikroinvasive 360°-Naht-Trabekulotomie in ihrer elektronischen Vorabpublikation im Oktober 2015 beim Fachjournal Graefe‘s Archive of Clinical and Experimental Ophthalmology als eine Methode vor, die einfach und sicher, minimal-invasiv ab interno den IOP senkenden und Medikationen einsparenden Effekt einer Kanaloplastik postoperativ verstärkt. (bs)

Autoren: Seuthe AM, Januschowski K, Szurman P. Korrespondenz: Knappschaft Eye Clinic Sulzbach, Knappschaft Hospital Saar, An der Klinik 10, 66280, Sulzbach, Saar, Germany. E-Mail: anna.seuthe@gmail.com. Studie: Micro-invasive 360-degree suture trabeculotomy after successful canaloplasty – one year results. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2015 Oct 14. [Epub ahead of print] Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-015-3192-y.

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