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Vergleichbare Visus-Ergebnisse nach drei unterschiedlichen Techniken der Keratoplastik bei Keratokonus

CORNEA Guangzhou – mechentel news – Bei Patienten mit Keratokonus hat die tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK) eine deutlich geringere Inzidenz immunologischer Reaktionen als die penetrierende Keratoplastik (PK). Unklar ist jedoch, ob durch DALK ein besseres refraktives Ergebnis erzielt wird als durch PK aufgrund ihrer ausgeprägten postoperativen Myopie. Die Autoren Ting Huang et al. am Zhongshan Ophthalmic Center der Sun Yat-sen University in Guangzhou, China, werteten retrospektiv die klinischen Aufzeichnungen von Keratokonus-Patienten aus, bei denen zwischen Juni 2004 und September 2008 eine PK, DALK oder eine predescematische DALK (pre-DALK, DALK mit Reststroma) durchgeführt wurde. Die Hauptzielparameter umfassten refraktive Sphäre, manifester Zylinder, korneale Brechkraft, keratometrischer Astigmatismus und best-korrigierte Sehschärfe (BCVA) bei der letzten Vorstellung des Patienten und die Art der visuellen Korrektur. Postoperativ vorhandene Refraktions- und topografische Daten wurden mit Daten, die 3, 5, 7 und 9 Jahre postoperativ erhoben wurden, zwischen den drei Gruppen verglichen. Zusätzlich wurden der letzte BCVA-Wert und die Art der visuellen Korrektur verglichen. Von 207 Keratokonus-Patienten wurden insgesamt 172 Probanden (172 Augen) in die Studie aufgenommen, die eine PK (79 Augen), DALK (68 Augen) oder pre-DALK (25 Augen) erhalten hatten. Die postoperative myope refraktive Sphäre stieg in allen Gruppen, aber der offensichtlichste Anstieg zeigte sich in der pre-DALK-Gruppe. Bei der Untersuchung nach 9 Jahren wiesen sowohl die pre-DALK-Gruppe (-6,5 ± 1,7 D) als auch die die DALK-Gruppe (-6,1 ± 1,8 D) höhere Werte der myopen refraktiven Sphären auf als die PK-Gruppe (-5,0 ± 1,5 D; p < 0,05). Postoperativ bestehender myopischer Astigmatismus nahm in den 5 Jahren progressiv zu, jedoch ergab sich kein Unterschied zwischen den Gruppen. Ein fortschreitender Anstieg der postoperativen kornealen Brechkraft war in allen Gruppen zu beobachten, mit dem höchsten in der pre-DALK- und dem geringsten in der PK-Gruppe. Bei der Untersuchung nach 9 Jahren wiesen sowohl die pre-DALK- (49,8 ± 2,7 D) als auch die DALK-Gruppe (48,8 ± 2,1 D) eine höhere Brechkraft der Hornhaut auf als die PK-Gruppe (47,3 ± 2,0 D); unterdessen war die korneale Brechkraft in der pre-DALK Gruppe höher als in der DALK-Gruppe (p < 0,05). Hinsichtlich des keratometrischen Astigmatismus zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Neun Jahre nach dem Eingriff lagen die mittleren logMAR BCVA-Werte bei 0,12 ± 0,12 in der DALK Gruppe, bei 0,17 ± 0,10 in der pre-DALK Gruppe und bei 0,1 ± 0,11 in der PK-Gruppe (p = 0,325). Darüber hinaus scheinen die angewandten Methoden zur Erzielung der BCVA in den Therapie-Gruppen ähnlich zu sein. Die Autoren kommen in der November-Ausgabe 2015 von Graefe‘s Archive of Clinical and Experimental Ophthalmology zu dem Schluss, dass obwohl die DALK einen etwas höheren Grad myoper Refraktion zur Folge hat als die PK, beide Verfahren zu vergleichbaren Ergebnissen hinsichtlich der Sehschärfe und zu ähnlichen Methoden der Sehschärfe-Korrektur führen. DALK wird zur Behandlung des Keratokonus empfohlen. (bs)

Autoren: Huang T, Hu Y, Gui M, Hou C, Zhang H. Korrespondenz: State Key Laboratory of Ophthalmology, Zhongshan Ophthalmic Center, Sun Yat-sen University, Guangzhou, 510060, China. E-Mail: hc8877summer@163.com. Studie: Comparison of refractive outcomes in three corneal transplantation techniques for keratoconus. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2015 Nov;253(11):1947-53. doi: 10.1007/s00417-015-3091-2. Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-015-3091-2.

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