Skip to main content

Fachverlag und Nachrichtenagentur

Zeitabhängige Reduktion der Dicke der zirkumpapillären Nervenfaserschicht bei homonymer Hemianopsie infolge postgenikulärer Sehbahnläsionen

NEUROOPHTHA Kurashiki – mechentel news – Die Autoren um Katsutoshi Goto aus dem Department of Ophthalmology der Kawasaki Medical School in Kurashiki City, Okayama, Japan, untersuchten Patienten mit einer homonymen Hemianopsie infolge eines erworbenen Schadens der Sehbahn nach dem Corpus geniculatum. Sie führten mittels Spektral-Domänen Optischer Kohärenztomographie (SD-OCT) eine sektorielle Analyse der Ausdünnung der zirkumpapillären retinalen Nervenfaserschicht (cpRNFL) durch und setzten die Ergebnisse zum Gesichtsfeldverlust in Beziehung. Insgesamt wurden sieben Patienten mit homonymer Hemianopsie aufgrund einseitig erworbener post-geniculater Sehbahnläsionen untersucht. Die durchschnittliche Zeitspanne von Beginn der Hirnläsionen bis zur ersten Vorstellung des Patienten betrug 49,8 Monate. Neunundvierzig normale Kontrollpersonen ohne Gesichtsfeldausfälle, nachgewiesen mit einem Humphrey-Sehfeld-Analysator, wurden ebenfalls aufgenommen. Die Messung der cpRNFL-Dicke erfolgte beim ersten Besuch und nach 24 Monaten durch SD-OCT (RTVue-100® OCT). Die cpRNFL-Dicke wurde in acht Sektoren unterteilt (superior temporal: ST, temporal oben: TU, temporal unten: TI, inferior temporal: IT, inferior nasal: IN, nasal unten: NL, nasal oben: NU, superior nasal: SN). Das Auge auf der gleichen Seite wie die Okzipitallappen-Läsionen wurde als ipsilaterales Auge und das Auge auf der anderen Seite als das kontralaterale Auge definiert. Die durchschnittliche cpRNFL-Dicke war in den homonym hemianopische Augen, verglichen mit derjenigen in den normalen Kontrollen, signifikant vermindert, mit Ausnahme des ipsilateralen Auges bei der Erstvorstellung. Vier der acht Sektoren der cpRNFL-Dicke ergaben in den homonym hemianopischen Augen signifikant niedrigere Werte im Vergleich zu den Werten der normalen Kontrollpersonen. In den ipslateralen Augen war die cpRNFL-Dicke in den Sektoren ST, TU, TL und IT sowohl bei der ersten Untersuchung als auch nach 24 Monaten signifikant reduziert. In den kontralateralen Augen war die cpRNFL-Dicke in den Sektoren TU, TL, IT und SN ebenfalls bei beiden Untersuchungen signifikant vermindert. Die Verminderung der cpRNFL-Dicke in den Quadranten korrelierte, in Übereinstimmung mit der strukturell-funktionalen Beziehung, signifikant mit einigen Gesichtsfeldparametern. Bei den kontralateralen Augen korrelierte nach 24 Monaten die cpRNFL-Dicke in den T- und I-Quadranten mit der mittleren Deviation und der Gesamtdeviation des hemianopischen Feldes. Bei den ipsilateralen Augen korrelierte die cpRNFL-Dicke der S, T und I-Quadranten mit der mittleren Deviation. Allerdings zeigten sich bei der Erstvorstellung keine Korrelationen zwischen der cpRNFL-Dicke und Gesichtsfeldparametern. Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation in Graefe‘s Archive of Clinical and Experimental Ophthalmology im Oktober 2015 wie folgt zusammen: Durch SD-OCT wurde eine Reduktion der cpRNFL-Dicke korrespondierend zum hemianopischen Gesichtsfeldverlust durch Läsion der post-geniculaten Sehbahn nachgewiesen. Dabei war die Veränderung nach 24 Monaten deutlich evidenter als bei der ersten Vorstellung der Patienten. Diese Spätbefunde legen nahe, dass die Veränderung zumindest teilweise durch transsynaptische retrograde Degeneration verursacht wird. (bs)

Autoren: Goto K, Miki A, Yamashita T, Araki S, Takizawa G, Nakagawa M, Ieki Y, Kiryu J. Korrespondenz: Department of Ophthalmology, Kawasaki Medical School, 577 Matsushima, Kurashiki city, Okayama, Japan, 701-0192. E-Mail: amiki@tc5.so-net.ne.jp. Studie: Sectoral analysis of the retinal nerve fiber layer thinning and its association with visual field loss in homonymous hemianopia caused by post-geniculate lesions using spectral-domain optical coherence tomography. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2015 Oct 7. [Epub ahead of print] Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-015-3181-1.