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Automatisiert erhobene Tränenfilmabrisszeit zeigt hohe Sensitivität und Spezifität

CORNEA Melbourne – mechentel news – Am Department of Optometry and Vision Sciences der University of Melbourne, Australien untersuchte die Autorin Laura E. Downie die diagnostische Leistung eines neuartigen, automatisierten, nicht-invasiven Messverfahrens der Tränenfilmstabilität, welches aus der Placido-Disk-Videokeratographie entwickelt worden ist. Dabei wird die Tear Film Surface Quality Breakup Time (TFSQ-BUT) als ein klinischer Marker für die Diagnose einer Erkrankung des trockenen Auges (dry eye disease, DED) relativ zu einem Standardwert der Tränenhyperosmolarität bestimmt. Die prospektive Querschnittsstudie umfasste 45 Teilnehmer (28 DED, 17 Kontrollen). Symptome (Ocular Surface Disease Index) und Befunde (Tränenosmolarität, TFSQ-TBUT, Tränenfilmaufreisszeit gemessen mit Natriumfluoreszein [Nafl-BUT], Färbung der Augenoberfläche und Schirmer-Test in Lokalanästhesie) von DED-Patienten wurden erhoben. Drei Messungen des Wertes für TFSQ-BUT und Nafl-BUT wurden pro Auge durchgeführt; die ersten, die durchschnittlichen und die kürzesten BUT-Werte wurden separat analysiert. Die optimale diagnostischen Cutoff-Werte wurden mit dem Youden-Index bestimmt. Die Reproduzierbarkeit und Übereinstimmung der TFSQ-BUT-Werte wurde mit zwei Klinikern verglichen, die manuell nichtinvasive BUT-Werte (CNI-BUT) ermittelten. Die Reproduzierbarkeit der Methoden wurde mit Hilfe des geometrischen Variationskoeffizienten (gCoV, %) ermittelt, die Übereinstimmung zwischen den Methoden mit der Bland-Altmann-Analyse überprüft. Augen mit DED hatten eine deutlich kürzere TFSQ-BUTs als die Kontrollen (p < 0,05). Es zeigte sich eine signifikante, moderate Korrelation zwischen sowohl der kürzesten und der durchschnittlichen TFSQ-BUT und der Nafl-BUT (r = 0,35;
p = 0,02 beziehungsweise r = 0,38; p = 0,01). Die Receiver Operating Characteristics(ROC)-Kurve für die kürzeste TFSQ-BUT ergab eine Fläche unter der Kurve von 0,92 (p < 0,0001). Die kürzeste TFSQ-BUT mit einem Kriterium von 12,1 Sekunden hatte eine Sensitivität von 82 % und eine Spezifität von 94 % für die Diagnose einer DED gegenüber Tränenhyperosmolarität. Die automatisch erhobene TFSQ-BUT zeigte eine geringere Variabilität (gCoV = 9,4%; 95% Konfidenzintervall [KI] 7,1 % – 14,0 %) als die CNI-BUT (gCoV = 27,0 %; 95% KI 19,62 % – 41,06 %; p < 0,05). Die Schlussfolgerung der Autorin in der November-Ausgabe 2015 des Fachjournals Investigative Ophthalmology & Visual Science lautet daher: Die automatisiert erhobene TFSQ-BUT ist ein wiederholbarer, nicht-invasiver klinische Marker sowohl mit hoher Sensitivität als auch Spezifität für Tränenhyperosmolarität.

Autoren: Downie LE. Korrespondenz: Laura Elizabeth Downie, Department of Optometry and Vision Sciences, University of Melbourne, Parkville VIC, Australia 3010. E-Mail: ldownie@unimelb.edu.au. Studie: Automated Tear Film Surface Quality Breakup Time as a Novel Clinical Marker for Tear Hyperosmolarity in Dry Eye Disease. Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci. 2015 Nov;56(12):7260-8. doi: 10.1167/iovs.15-17772. Web: http://iovs.arvojournals.org/article.aspx?articleid=2469551.

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