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MMF-Behandlung zur Verbeugung einer Transplantatabstossung bei penetrierender Hochrisiko-Keratoplastik sicher und effektiv

CORNEA Warszawa – mechentel news – Die Studie der Autoren um Jacek P. Szaflik aus der Augenklinik der Medizinischen Universität Warschau, Polen, hat zum Ziel, die Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Immunsuppression mit Mycophenolatmofetil (MMF) zur Verbeugung einer Transplantatabstossung bei penetrierender Hochrisiko-Keratoplastik zu bewerten. 196 konsekutive Patienten, die eine penetrierende Hochrisiko-Keratoplastik erhielten, definiert als das Vorhandensein tiefer Vaskularisierung in mehr als zwei Quadranten, Keratouveitis, Notfall-Keratoplastiken und Re-Transplantationen, wurden in die Studie aufgenommen. 98 prospektiv nachuntersuchte Patienten wurden mit MMF behandelt, dabei wurde die Dosierung entsprechend der Serumkonzentration der Mycophenolsäure (MPA) angepasst, und 98 Patienten wurden der Nicht-MMF-behandelten, retrospektiv ausgewerteten Kontrollgruppe zugeordnet. Bei einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 24 Monaten trat in der MMF-Gruppe in acht Fällen (8 %) eine Immunreaktion und in drei Fällen (3 %) eine Transplantatabstossung mit daraus folgendem Transplantatversagen auf. In der Kontrollgruppe kam es in 76 Fällen (78 %) zu einer Abstossungsreaktion und in 30 Fällen (31 %) zu einem Versagen aufgrund von Transplantatabstossung. Die Kaplan-Meier-Analyse zeigte, dass 93 % der Transplantate in der MMF-behandelten Gruppe und 47 % in der Kontrollgruppe keine Immunabstossung nach einem Jahr zeigten (p < 0,01; Log-Rank-Test). Die Cox-Regressionsanalyse bewies, dass eine MMF-Therapie das Risiko einer Transplantatabstossung um das 11-Fache verringert (RR = 11; 95 % Konfidenzintervall 4,8 – 25, p < 0,0001). Unter 98 MMF-behandelten Patienten gaben 13 Magenbeschwerden an, drei entwickelten eine Leukopenie und zwei eine Anämie, die sich nach Reduktion der MMF-Dosis zurückbildete. Die Autoren kommen in ihrer Publikation in der Februar-Ausgabe 2016 von Graefe‘s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology zu dem Schluss, dass die MMF-Therapie nach penetrierender Hochrisiko-Keratoplastik sicher ist und die Inzidenz von Abstossungsreaktionen und Transplantatversagen senkt. Nebenwirkungen waren selten und in allen Fällen bis auf einen reversibel.

Autoren: Szaflik JP, Major J, Izdebska J, Lao M, Szaflik J. Korrespondenz: Independent Public University Eye Hospital, ul. J. Sierakowskiego 13, 03-709, Warszawa, Poland. E-Mail: szaflik@ophthalmology.pl. Studie: Systemic immunosuppression with mycophenolate mofetil to prevent corneal graft rejection after high-risk penetrating keratoplasty: a 2-year follow-up study. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2016 Feb;254(2):307-14. doi: 10.1007/s00417-015-3200-2. Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-015-3200-2.

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