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Automatisierte SD-OCT-Bildauswertung zur Unterscheidung zwischen zystoidem und diabetischem Makulaödem zeigt gute Ergebnisse

MEDICAL RETINA Wien – mechentel news – Die Differenzierung zwischen diabetischem Makulaödem (diabetic macular edema, DME) und pseudophakem zystoiden Makulaödem (pseudophakic cystoid macular edema, PCME) durch Spektral-Domänen Optische Kohärenztomographie (SD-OCT) interessierte Marion R. Munk et al. aus der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der Medizinischen Universität Wien. Die Querschnittsstudie umfasste 134 Patienten, davon 49 mit PCME, 60 mit DME und 25 mit diabetischer Retinopathie (DR) und Makulaödem nach Kataraktchirurgie. Zunächst klassifizierten zwei unmaskierte Experten anhand der SD-OCT-Bilder und Farb-Fundusfotographien die 25 Patienten mit DR nach Kataraktchirurgie entweder als DME, PCME oder gemischtes Muster. Sodann wurden alle 134 Patienten in zwei Datensätze aufgeteilt und durch zwei maskierte Auswerter entsprechend eines standardisierten Protokolls bewertet. Die Genauigkeit der maskierten Auswerter, die zwei Erkrankungen anhand der SD-OCT-Parameter zu differenzieren, wurde beurteilt. Parallel zu den maskierten Auswertern wurde ein computerbasierter Algorithmus angewandt, der Klassifikatoren der Support Vector Machine (SVM) nutzte, um die Erkrankungstypen automatisch voneinander zu unterscheiden. Die maskierten Auswerter wiesen 92,5 % der SD-OCT-Aufnahmen der korrekten klinischen Diagnose zu. Die Klassifikator-Genauigkeit, trainiert und getestet am Datensatz 1, betrug 95,8 %. Die Klassifikator-Genauigkeit, trainiert am Datensatz 1 und getestet am Datensatz 2 zur Differenzierung einer PCME von einer DME, lag bei 90,2 %. Die Genauigkeit des Klassifikators trainiert und getestet am Datensatz 2, um alle drei Erkrankungen voneinander zu unterscheiden, betrug 85,5 %. Auf ein PCME wiesen insbesondere ein höherer Wert für das Verhältnis von zentraler Retinadicke zu retinalem Volumen, die Abwesenheit einer epiretinalen Membran und Zysten alleinig in der inneren Körnerschicht hin, wohingegen ein höherer Wert für das Verhältnis äussere zu innerer Körnerschicht, die Abwesenheit von subretinaler Flüssigkeit, das Vorhandensein fester Exsudate, Mikroaneurysmen und Zysten in der Ganglienzell- und/oder retinalen Nervenfaserschicht in diesem Modell deutlich für eine DME sprachen. In der Oktober-Ausgabe 2015 des Fachjournals Investigative Ophthalmology & Visual Science halten die Autoren fest, dass eine auf der Auswertung von SD-OCT-Bildern beruhende Differenzierung einer PCME von einer DME durch maskierte Auswerter und durch automatische Analyse erfolgen kann, sogar bei Patienten mit DR und einem Makulaödem nach Kataraktchirurgie. Der automatische Klassifikator könne helfen, zwischen den zwei Krankheiten unabhängig zu differenzieren und werde öffentlich zugänglich gemacht. (bs)

Autoren: Munk MR, Jampol LM, Simader C, Huf W, Mittermüller TJ, Jaffe GJ, Schmidt-Erfurth U. Korrespondenz: Ursula Schmidt-Erfurth, Department of Ophthalmology, Medical University of Vienna, Waehringer Guertel 18-20, A-1090 Vienna, Austria. E-Mail: ursula.schmidt-erfurth@meduniwien.ac.at. Studie: Differentiation of Diabetic Macular Edema From Pseudophakic Cystoid Macular Edema by Spectral-Domain Optical Coherence Tomography. Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci. 2015 Oct;56(11):6724-33. doi: 10.1167/iovs.15-17042. Web: http://iovs.arvojournals.org/article.aspx?articleid=2464687.

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