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Automatisierte Beurteilung der Erkrankungsaktivität bei AMD stimmt gut mit Expertenscoring überein

MEDICAL RETINA Belfast – mechentel news – Das Ziel der Studie von Usha Chakravarthy et al. aus dem Centre for Experimental Medicine, Dentistry and Biomedical Sciences an der Queen’s University of Belfast, United Kingdom, war es, die Präzision des Notal OCT Analyzers (NOA; Hersteller: Notal Vision Ltd, Tel Aviv, Israel) gegenüber Retina-Spezialisten (RS) bei der automatisierten Erfassung von Flüssigkeit in der optischen Kohärenztomographie (OCT) zu bewerten. Dabei wurde die Leistung des NOA mit den Ergebnissen von drei Retina-Spezialisten verglichen. Eine Auswahl von 155 anonymisierten OCT-Scans (Zeiss Cirrus, Carl Zeiss Meditec, Dublin, CA) aus einem Bilder-Archiv eines einzelnen tertiären Retina-Referenzzentrums (Belfast Health and Social Care Trust, Belfast, United Kingdom) wurde durch den zuständigen Datenschutzbeauftragten der Klinik genehmigt. Die 155 OCT Würfel-Scans wurden von allen klinischen Identifikatoren befreit und exportiert. Der NOA und 3 unabhängige RS begutachteten alle 128 B-Scans jedes Würfel-Scans auf das Vorhandensein intraretinaler und subretinaler Flüssigkeit sowie subretinaler Pigmentepithel-Flüssigkeit. Der NOA stufte zudem individuelle B-Scans jedes Volumen-Scans hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Aktivität chorioidaler Neovaskularisation (CNV) ein, was einer zweiten Beurteilungsrunde durch die drei RS vorbehalten war. Hauptzielparameter waren die Sensitivität und die Spezifität des NOA gegenüber dem Grading der RS und die Leistung des NOA bei der Aktivitätseinstufung der B-Scans. 142 Würfel-Scans erfüllten die Einschlusskriterien für die Primäranalyse. Bei der Überprüfung der Stadieneinteilung der RS gegenüber dem NOA betrug die Genauigkeit 91 % (95 % Konfidenzintervall [KI] ± 7 %), die Sensitivität 92 % (95 % KI ± 6 %) und die Spezifität betrug 91 % (95 % KI ± 6 %), was den primären Endpunkt traf. Die Genauigkeit der Spezialisten, verglichen mit der Mehrheit der anderen (einschliesslich eines vierten Beurteilers) lag bei 93 %. Im Durchschnitt konnten die 3 Spezialisten Flüssigkeit in 95 % der Scans nur durch Beurteilung der einen Querschnittsaufnahme mit dem höchsten NOA-Score und in 99,5 % der Scans mit Flüssigkeit bei Ansicht der drei höchstbewerteten Querschnittsaufnahmen identifizieren. In der elektronischen Vorabpublikation im Mai 2016 beim Fachjournal Ophthalmology fassen die Autoren zusammen: Die Übereinstimmung bei der Bestimmung der Läsionsaktivität zwischen NOA und den RS war extrem hoch. Das Ausmass der Diskrepanz zwischen den Ergebnissen der RS und des NOA glich den Fehlzuordnungen des NOA. Diese Ergebnisse zeigen für die Autoren, dass die automatisierte Abgrenzung der retinalen Konturen in Verbindung mit einer Interpretation der Erkrankungsaktivität möglich ist und das Potenzial hat, ein leistungsstarkes Instrument im Rahmen der klinischen Anwendung zu werden.(bs)

Autoren: Chakravarthy U, Goldenberg D, Young G, Havilio M, Rafaeli O, Benyamini G, Loewenstein A. Korrespondenz: Usha Chakravarthy, PhD, Centre for Vascular and Vision Sciences, Institute of Clinical Science, Queen’s University of Belfast, Royal Victoria Hospital, Grosvenor Road, Belfast, Northern Ireland BT12 6BA, United Kingdom. E-Mail: u.chakravarthy@qub.ac.uk. Studie: Automated Identification of Lesion Activity in Neovascular Age-Related Macular Degeneration. Quelle: Ophthalmology. 2016 May 17. pii: S0161-6420(16)30098-7. doi: 10.1016/j.ophtha.2016.04.005. [Epub ahead of print] Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(16)30098-7/abstract.

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