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Bei chronischer Nierenerkrankung ist höhere Natriumausscheidung mit höherem kardiovaskulären Risiko verbunden

New Orleans – mechentel news – Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (chronic kidney disease, CKD) haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (cardiovascular disease, CVD). Frühere Studien haben widersprüchliche Ergebnisse hinsichtlich der Beziehung zwischen der ernährungsbedingten Natriumaufnahme und dem Risiko für CVD erbracht und bei Patienten mit CKD wurde diese Beziehung noch nicht untersucht. Dieses nahmen sich die Autoren um Katherine T. Mills aus dem Department of Epidemiology an der Tulane University School of Public Health and Tropical Medicine in New Orleans im Bundesstaat Louisiana, USA, vor und untersuchten den Zusammenhang zwischen der Natriumausscheidung im Urin und klinischen CVD-Ereignissen bei Patienten mit CKD. In die prospektive Kohortenstudie wurden Patienten mit CKD aus 7 Standorten in den Vereinigten Staaten eingeschlossen, die in die Chronic Renal Insufficiency Cohort Study aufgenommen worden waren und von Mai 2003 bis März 2013 beobachtet wurden. Die kumulative durchschnittliche Natriumausscheidung im Urin aus drei 24-Stunden-Messungen wurde bestimmt und kalibriert mit der geschlechtsspezifischen durchschnittlichen 24-Stunden-Kreatinin-Ausscheidung im Urin. Hauptzielparameter war eine Kombination aus CVD-Ereignissen, definiert als kongestives Herzversagen, Schlaganfall oder Myokardinfarkt. Die Ereignisse wurden alle 6 Monate berichtet und anhand der Auswertung der Krankenakte bestätigt. Bei den 3.757 Teilnehmern (mittleres Alter 58 Jahre, 45 % Frauen) traten während der mittleren Nachbeobachtungszeit von 6,8 Jahren insgesamt 804 der kombinierten CVD-Ereignisse auf (575 Herzinsuffizienzen, 305 Myokardinfarkte und 148 Schlaganfälle). Vom niedrigsten (< 2.894 mg/24 Stunden) bis zum höchstem (≥ 4548 mg/24 Stunden) Quartil der kalibrierten Natriumausscheidung traten 174, 159, 198 beziehungsweise 273 der kombinierten CVD-Ereignisse auf, und die kumulative Inzidenz lag bei 18,4 %, 16,5 %, 20,6 % beziehungsweise 29,8 % in der mittleren Nachbeobachtungszeit. Zudem betrug die kumulative Inzidenz der CVD-Ereignisse im höchsten Quartil der kalibrierten Natriumausscheidung im Vergleich zum niedrigsten 23,2 % gegenüber 13,3 % für Herzinsuffizienz, 10,9 % gegenüber 7,8 % für Myokardinfarkt und 6,4 % gegenüber 2,7 % für Schlaganfall im durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum. Die Hazard Ratios des höchsten Quartils im Vergleich zum niedrigsten Quartil betrugen nach multivariabler Bereinigung 1,36 (95 % Konfidenzintervall 1,09 – 1,70; p = 0,007) für die Kombination aus CVD-Ereignissen, 1,34 (95 % KI 1,03 – 1,74; p = 0,03) für Herzinsuffizienz und 1,81 (95 % KI 1,08 – 3,02; p = 0,02) für Schlaganfall. Die restriktive kubische Spline-Analyse der Beziehung zwischen Natriumausscheidung und der CVD-Kombination ergab keinen Nachweis einer nichtlinearen Assoziation (p = 0,11) und wies auf eine signifikante lineare Assoziation hin (p < 0,001). Die Autoren kommen somit in der Mai-Ausgabe 2016 des JAMA zum Ergebnis: Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung war eine höhere Natriumausscheidung über den Urin mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. (bs)

Autoren: Mills KT, Chen J, Yang W, Appel LJ, Kusek JW, Alper A, Delafontaine P, Keane MG, Mohler E, Ojo A, Rahman M, Ricardo AC, Soliman EZ, Steigerwalt S, Townsend R, He J; Chronic Renal Insufficiency Cohort (CRIC) Study Investigators. Korrespondenz: Department of Epidemiology, Tulane University School of Public Health and Tropical Medicine, New Orleans, Louisiana, USA. Studie: Sodium Excretion and the Risk of Cardiovascular Disease in Patients With Chronic Kidney Disease. Quelle: JAMA. 2016 May 24-31;315(20):2200-10. doi: 10.1001/jama.2016.4447. Web: http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2524189.

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