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Übersichtsarbeit zeigt derzeitiges Fehlen eindeutiger Erfolgskriterien für Strabismus-OPs bei Endokriner Orbitopathie

PEDIATRICS/STRABISM Amsterdam – mechentel news – Die Autorengruppe aus den Niederlanden und der Schweiz um Hinke M. Jellema aus der Ophthalmologischen Abteilung des Academic Medical Center in Amsterdam, Niederlande, erarbeiteten einen Vorschlag für Kriterien, um den Erfolg von chirurgischen Eingriffen wegen Strabismus bei Patienten mit Endokriner Orbitopathie zu beurteilen. Die Grundlage bildete ein systematisches Review der Literatur. Studien, die über Erfolgskriterien der Strabismuschirurgie bei Endokriner Orbitopathie berichteten, wurden systematisch in OVID MEDLINE, OVID Embase, dem Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL) und in den Verlagsveröffentlichungen auf PubMed gesucht. Darüber hinaus wurden mehrere orthoptischen Zeitschriften und Beiträge auf strabismologischen Kongressen manuell durchsucht. Von den 789 identifizierten Artikel beschriebenen 42 Arbeiten Erfolgskriterien für Strabismus-Operation bei Endokriner Orbitopathie. Die meisten Studien definierten Erfolg im Sinne eines subjektiv diplopie-freien Feldes in der primären Blickposition und beim Blick nach unten. Fast die Hälfte der Studien verwendete eine abgestufte Skala (sehr gut, gut, akzeptabel und Misserfolg), um das Ergebnis der Operation darzustellen. Drei der passenden Studien beschrieben ein Verfahren, um das Feld des Einfachsehens im Detail zu quantifizieren. In keiner der publizierten Studien wurde über die Lebensqualität als einem Endpunkt berichtet. Die Autoren hielten schliesslich in der November-Ausgabe 2015 der Acta Ophthalmologica fest, dass Erfolgskriterien für Strabismus-Operationen bei Endokriner Orbitopathie nur schlecht definiert sind und keine Übereinstimmung besteht. Dieser Mangel an Standardisierung erschwert vergleichende Studien und damit die Suche nach der besten chirurgischen Therapie der Diplopie bei Patienten mit Endokriner Orbitopathie. Die Autoren sprechen sich daher für streng definierte Erfolgskriterien einschliesslich einem Verfahren zur Quantifizierung der verbliebenen Diplopie sowie einem krankheitsspezifischen Fragebogen zur Lebensqualität aus. (bs)

Autoren: Jellema HM, Braaksma-Besselink Y, Limpens J, von Arx G, Wiersinga WM, Mourits MP. Korrespondenz: Hinke Marijke Jellema, MMedSci, CO, Department of Ophthalmology, Academic Medical Centre, Meibergdreef 9, 1105 AZ Amsterdam, The Netherlands. E-Mail: h.m.jellema@amc.nl. Studie: Proposal of success criteria for strabismus surgery in patients with Graves’ orbitopathy based on a systematic literature review. Quelle: Acta Ophthalmol. 2015 Nov;93(7):601-9. doi: 10.1111/aos.12717. Web:http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/aos.12717/abstract.

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