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Dorsales Onlay bei Urethrastriktur: Kontinenz und erektile Funktion postoperativ meist nicht beeinträchtigt

Syracuse – mechentel news – Ziel der Autoren um Stephen Blakely aus der Urologischen Abteilung der State University of New York Upstate Medical University in Syracuse im Bundesstaat New York, USA, war es, die funktionellen Auswirkungen einer Präparation der hinteren Harnröhre zu verstehen. Dazu werteten sie die funktionellen Ergebnisse hinsichtlich Miktion und Erektion nach Urethraplastik mit dorsalem Onlay bei bulbärmembranösen Urethrastrikturen aus. Studienteilnehmer waren Männer membranöser Urethrastriktur, welche einer dorsalen Mundschleimhautplastik unterzogen wurden. Kontinenz und erektile Funktion wurden prä- und postoperativ erhoben. Das Gewebe, welches routinemässig während der Präparation der dorsalen Seite der membranösen Urethra aus dem interkruralen Raum zu entfernen war, wurde auf Narbengewebe, quergestreifte Muskulatur und Nervenfasern untersucht. Insgesamt 16 aufeinander folgende Männer mit einem mittleren Alter von 48,3 Jahren (26 – 72), die Strikturen mit einer mittleren Länge von 56 mm (15 – 170) im Bereich der membranösen Harnröhre aufwiesen, wurden in der Analyse eingeschlossen. Von den 16 Männern waren präoperativ 15 kontinent und blieben postoperativ kontinent. Drei von 10 Männern (30 %) mit einem präoperativem Score des Sexual Health Inventory for Men (SHIM) von 17 bis 25 zeigten eine Abnahme nach der Urethraplastik. Alle 16 Männer erreichten eine verbesserte maximale Harndurchflussrate mit einem durchschnittlichen Anstieg von 22 ml pro Sekunde. Die Scorewerte des International Prostate Symptom Score (I-PSS) verbesserten sich von mittleren 23 auf 4 postoperativ mit einer mittleren Verbesserung der störenden Scoreparameter von 5 auf 0. Die histopathologischen Untersuchung identifizierte gestreifte Muskulatur und Nerven in 6 (46 %) beziehungsweise 9 (69 %) von 13 Gewebsproben. Insgesamt bestanden im Durchschnitt weniger als 15 % der Proben aus Nerven- und Muskelgewebe. Die Autoren fassen in der Mai-Ausgabe 2016 des Journal of Urology zusammen, dass die dorsale Onlay-Technik mit einem Mundschleimhauttransplantat bei der chirurgischen Versorgung einer membranösen Urethrastriktur bei den meisten Patienten die Kontinenz oder die erektile Funktion nicht beeinträchtigt. Die Präparation in der Schicht der membranösen Urethra sollte aufgrund der Anwesenheit von Muskeln und kavernösen Nerven möglichst eingeschränkt erfolgen. (bs)

Autoren: Blakely S, Caza T, Landas S, Nikolavsky D. Korrespondenz: Department of Urology, State University of New York Upstate Medical University, 750 East Adams St., Syracuse, New York 13210, USA. E-Mail: nikolavd@upstate.edu. Studie: Dorsal Onlay Urethroplasty for Membranous Urethral Strictures: Urinary and Erectile Functional Outcomes. Quelle: J Urol. 2016 May;195(5):1501-7. doi: 10.1016/j.juro.2015.11.028. Web: http://www.jurology.com/article/S0022-5347(15)05246-5/abstract.

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