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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Onkologischer Vorteil der RALP gegenüber offener RP bei Patienten mit auf die Prostata beschränkten Krebserkrankungen

Chicago – mechentel news – Roboter-assistierte laparoskopische Prostatektomie (RALP) war verglichen mit der offenen radikalen Prostatektomie (RP) unabhängig mit klinisch bedeutsamen Reduktionen in Bezug auf positive Schnittränder, postoperative Bestrahlungstherapie und die 30-Tage Mortalität assoziiert. Shane M. Pearce von der Section of Urology am Department of Surgery und Kollegen von der University of Medicine and Biological Sciences in Chicago, Illinois, USA, verglichen in einer aktuellen populationsbasierten Kohorte die Häufigkeiten positiver Schnittränder, den Nutzen einer postoperativ durchgeführten Strahlentherapie sowie perioperative Resultate zwischen RALP und offener radikaler Prostataektomie. Im Zeitraum von 2010 bis 2011 wurden anhand der National Cancer Data Base alle Patienten herausgefiltert, die sich einer RALP (n = 73 131) beziehungsweise einer offenen RP (n = 23 804) infolge eines nicht-metastasierten Adenokarzinoms der Prostata unterzogen hatten. Unter den Kovariaten befinden sich Alter, Rasse, Charlson Komorbitätsindex, Prostata-spezifisches Antigen, Gleason-Score infolge Biopsie, klinisches Stadium, finaler Gleason-Score, pathologisches T-Stadium, Lymphknotendissektion, Stadium der Lymphknotenmetastasen (N), Einrichtungstyp und Größe des Krankenhauses sowie Jahr der Operation. Mittels multivariater logistischer Regressionen wurden jene Faktoren identifiziert, die mit positiven Schnitträndern, mit dem Einsatz der adjuvanten/Salvage-Strahlentherapie, mit einem verlängerten Krankenhausaufenthalt, mit erneuter Einlieferung und mit der 30-Tage Mortaliät in Verbindung stehen. Die Ergebnisse wurden auch 1:1 mit mittels Propensity Score Matching- (PSM-) angepassten Kohorten verglichen. Die Analyse der PSM-angepassten Kohorten ergab, dass RALP das Risiko positiver Schnittränder (Quotenverhältnis [OR]: 0,88; 95 % Konfidenzintervall [CI]: 0,83-0,93; P < 0,01), den Einsatz einer Strahlentherapie (OR: 0,71; 95 % CI: 0,63-0,80; P < 0,01) und die 30-Tages Mortalität (OR: 0,28; 95 % CI: 0,13-0,60; P < 0,01) reduziert. Ein protektiver Effekt der RALP für positive Schnittränder konnte nur bei Patienten mit pT2-Erkrankung gefunden werden (pT2-OR: 0,85; 95 % CI: 0,79-0,91; P < 0,01 / pT3-OR: 0,94; 95% CI: 0,86-1,04; P = 0,2). Mittels multivariabler Regression wurden vergleichbare Ergebnisse erzielt. In dieser aktuellen großen nationalen Kohortenstudie, die im Juli 2016 im Journal of Urology erschien, lag der onkologische Vorteil der RALP primär bei Patienten mit auf das Organ beschränkten Erkrankungen. Die Anfälligkeit für systematische Fehler in Bezug auf ungemessene Störfaktoren waren – wie bei jeder Beobachtungsstudie – die Limitierungen. (ut)

Autoren: Pearce SM, Pariser JJ, Karrison T, Patel SG, Eggener SE. Korrespondenz: Shane M. Pearce, The University of Chicago Medicine & Biological Sciences, 5841 S. Maryland Ave., MC 6038, Chicago, Illinois 60637. Electronic address: pearce.shane@gmail.com. Studie: Comparison of Perioperative and Early Oncologic Outcomes between Open and Robotic Assisted Laparoscopic Prostatectomy in a Contemporary Population Based Cohort. Quelle: J Urol. 2016 Jul;196(1):76-81. doi: 10.1016/j.juro.2016.01.105. Epub 2016 Feb 6. Web: http://www.jurology.com/article/S0022-5347(16)00240-8/abstract.