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Aflibercept alle 4 Wochen zeigte im Vergleich mit 8-wöchigem Schema und mit Ranibizumab beste Ergebnisse bei feuchter AMD

MEDICAL RETINA Wien – mechentel news – Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, die Wirksamkeit von intravitrealem Aflibercept und Ranibizumab im Hinblick auf die exsudative Aktivität bei neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) mittels Optischer Kohärenztomographie (OCT) zu vergleichen und morphologische Befunde mit den Ergebnissen der Sehschärfe-Bestimmungen in Beziehung zu setzen. Sebastian M. Waldstein aus dem Christian Doppler Laboratory for Ophthalmic Image Analysis des Vienna Reading Center an der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der Medizinischen Universität Wien, Österreich, und internationale Kollegen führten dazu eine Post-hoc-Analyse der prospektiven VIEW-Studien durch. Ausgewertet wurden die Daten von 1815 Patienten, die randomisiert entweder 0,5 mg Ranibizumab alle 4 Wochen, 2 mg Aflibercept alle 4 Wochen oder 2 mg Aflibercept alle 8 Wochen zugeordnet worden waren. In verblindeten Reading-Zentren wurden standardisierte OCT-Untersuchungen im Hinblick auf das Vorhandensein intraretinaler zystoider Flüssigkeit, subretinaler Flüssigkeit und Pigmentepithelablösung durchgeführt. Der Anteil der Rückbildungen der Symptome wurde zwischen den Medikamenten und Dosierungsplänen verglichen. Beziehungen zwischen morphologischen Befunden und der Sehschärfe wurden unter Anwendung multivariater Modelle analysiert. Die Hauptzielparameter waren die Raten der Rückbildung von intraretinaler zystoider Flüssigkeit, subretinaler Flüssigkeit und Pigmentepithelablösung sowie die Beziehungen zwischen Morphologie und Sehschärfe. Zu Beginn der Studie wurde das Verhältnis der Augen mit intraretinaler zystoider Flüssigkeit, subretinaler Flüssigkeit und Pigmentepithelablösung zwischen den Aflibercept- und Ranibizumab-Gruppen ausgeglichen. Nach 12 Wochen hatte sich unter beiden Medikamenten intraretinale zystoider Flüssigkeit in 50 % der Augen zurückgebildet. Subretinale Flüssigkeit hatte sich in 70 % der zusammengefassten mit Aflibercept behandelten Augen und in 59 % der mit Ranibizumab behandelten Augen zurückgebildet und die Pigmentepithelabhebung bildete sich in 29 % und in 24 % der zu zusammengefassten Aflibercept-Gruppe beziehungsweise der Ranibizumab-Gruppe zurück. Nach 52 Wochen hatte sich intraretinaler zystoider Flüssigkeit bei 57 % (Aflibercept alle 4 Wochen), bei 50 % (Aflibercept alle 8 Wochen) und bei 52 % (Ranibizumab) der Patienten aufgelöst; subretinale Flüssigkeit hatte sich bei 75 % (beide Aflibercept-Gruppen) und bei 66 % (Ranibizumab) der Patienten zurückgebildet und Pigmentepithelabhebungen waren bei 40 % (Aflibercept 4 Wochen), bei 34 % (Aflibercept 8 Wochen) und bei 28 % (Ranibizumab) der Patienten zurückgebildet. Im Therapieregime mit Aflibercept alle 8 Wochen zeigten alle exsudativen Symptome während der festen Dosierung (Wochen 12 – 52) synchrone Schwankungen nach den behandlungsfreien Besuchen. Während der Pro-re-nata-Dosierung (Wochen 52 – 96) zeigte sich bei größeren Anteilen der Patienten in allen Therapiearmen wiederholt Flüssigkeit. Das Vorhandensein von intraretinaler zystoider Flüssigkeit war allgemein mit einer geringeren Sehschärfe zum Ausgangszeitpunkt verbunden, was zu schlechteren Endergebnissen der Sehschärfe führte. In der Juli-Ausgabe 2016 der Fachzeitschrift Ophthalmology ziehen die Autoren folgendes Fazit: Die Rückbildung von Flüssigkeit in allen Bereichen war unter Aflibercept alle 4 Wochen durchweg größer als unter Aflibercept alle 8 Wochen und unter Ranibizumab. In Woche 52 waren die mit Aflibercept alle 8 Wochen behandelten Augen trotz des verlängerten Behandlungsintervalls im Durchschnitt genauso trocken wie oder trockener als die mit Ranibizumab behandelten Augen. Unabhängig von der Sorte des Medikaments oder Therapieplans beeinflussten bereits bestehende morphologische Merkmale der Retina zum Ausgangszeitpunkt das Sehschärfe-Ergebnis deutlich. (bs)

Autoren: Waldstein SM, Simader C, Staurenghi G, Chong NV, Mitchell P, Jaffe GJ, Lu C, Katz TA, Schmidt-Erfurth U. Korrespondenz: Ursula Schmidt-Erfurth, MD, Department of Ophthalmology, Medical University of Vienna, Spitalgasse 23, 1090 Vienna, Austria. E-Mail: ursula.schmidt-erfurth@meduniwien.ac.at. Studie: Morphology and Visual Acuity in Aflibercept and Ranibizumab Therapy for Neovascular Age-Related Macular Degeneration in the VIEW Trials. Quelle: Ophthalmology. 2016 Jul;123(7):1521-9. doi: 10.1016/j.ophtha.2016.03.037. Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(16)30083-5/abstract.

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