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Unverändert weisen viele Extrem-Frühchen erhebliche Augenprobleme und Sehstörungen auf

PEDIATRICS/NEUROOPHTHA Stockholm – mechentel news – Auch trotz der modernen neonatalen Intensivversorgung, gibt es nach wie vor einen hohen Anteil an langfristigen Folgeerkrankungen infolge der Frühgeburt. Die von Kerstin M. Hellgren vom Department of Clinical Neuroscience am Karolinska Institutet des Astrid Lindgren Children’s Hospital in Stockholm Schweden und Kollegen anderer schwedischer Abteilungen vorgelegte Follow-up-Studie offenbart erhebliche Augen- sowie Sehstörungen unter extrem zu früh geborenen (extremly preterm, EPT) Kindern (geboren vor der 27. Schwangerschaftswoche). 37,9 % (147 von 388) aller EPT-Kinder sowie 55,4 % (67 von 121) der äußerst unreifen Untergruppen im Alter von 6,5 Jahren wiesen kapitale Augenprobleme sowie Sehstörungen auf. Diese Augen- und Sehprobleme konnten deutlich mit einer behandlungsbedürftigen Frühgeborenen-Retinopathie (retinopathy of prematurity, ROP) in Verbindung gebracht werden. Ziel dieser im März 2016 in der Zeitschrift JAMA Ophthalmology vorab elektronisch veröffentlichen Studie war es, das ophthalmologische Resultat einer nationalen Kohorte von EPT-Kindern im Alter von 6,5 Jahren zu untersuchen und den Einfluss der Frühgeburt sowie der ROP zu bewerten. Alle in Schweden geborenen und überlebenden EPT-Kinder zwischen dem 1. April 2004 und dem 31. März 2007 wurden einbezogen und mit einer darauf abgestimmten Kontrollgruppe, als Teil einer nationalen Follow-up-Studie verglichen. Die Sehschärfe, Refraktion bei Zykloplegie sowie manifestes Schielen wurden bewertet und mit dem Schwangerschaftsalter (gestational age, GA) bei der Geburt und dem behandlungsbedürftigen ROP verglichen. Die Studienkohorte umfasst 486 Teilnehmer. Das mittlere (SD) GA der berücksichtigten Kinder betrug 25 (1) Wochen, und 45,7 % (222 von 486) waren weiblich. Im medianen Alter von 6,6 Jahren wurden 89,3 % (434 von 486) teilnahmeberechtigter EPT-Kinder bewertet und mit 300 Kontrollgruppen-Kindern verglichen. In der EPT-Gruppe waren 2,1 % (9 von 434) blind, 4,8 % (21 von 434) waren gemäß der World Health Organization-Kriterien sehgeschädigt und 8,8 % (38 von 434) waren entsprechend der Studienkriterien sehgeschädigt. Strabismus wurde bei 17,4 % (68 von 390) und Brechungsfehler bei 29,7 % (115 von 387) der EPT-Kinder im Vergleich zu 0 % (0 von 299) beziehungsweise 5,9 % (17 von 289) der Kontroll-Kinder festgestellt (P < 0,001). Insgesamt wiesen im Alter von 6,5 Jahren 37,9 % (147 von 388) der EPT-Kinder im Vergleich zu 6,2 % (18 von 290) der Kinder aus der darauf abgestimmten Kontrollgruppe einige ophthalmologische Fehlbildungen auf (95 % Konfidenzintervall [CI] der Differenz: 26,1 % – 37,2 %). Wenn der behandlungsbedürftige ROP angepasst wurde, konnten keine signifikanten Beziehungen zwischen dem GA und der Sehbeeinträchtigung festgestellt werden. In Bezug auf Brechungsfehler, blieb die Verbindung mit dem GA nach der Anpassung des behandlungsbedürftigen ROP bestehen (Quotenverhältnis [odds ratio]: 0,72; 95 % CI: 0,58-0,91 für jede einwöchentliche Schrittweite). Die Autoren fanden innerhalb einer schwedischen nationalen EPT-Kinder-Kohorte im Alter von 6,5 Jahren häufige maßgebliche Augenprobleme sowie Sehstörungen. Das behandlungsbedürftige ROP war ein stärkerer Bedeutungsfaktor für die Sehbeeinträchtigung und den Strabismus, aber nicht für die als Ganzes betrachteten Brechungsfehler. (ut)

Autoren: Hellgren KM, Tornqvist K, Jakobsson PG, Lundgren P, Carlsson B, Källén K, Serenius F, Hellström A, Holmström G. Korrespondenz: Kerstin M. Hellgren, MD, PhD, Department of Clinical Neuroscience, Karolinska Institutet, Astrid Lindgren Children’s Hospital, Stockholm, Sweden. Studie: Ophthalmologic Outcome of Extremely Preterm Infants at 6.5 Years of Age: Extremely Preterm Infants in Sweden Study (EXPRESS). Quelle: JAMA Ophthalmol. 2016 Mar 24. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2016.0391. [Epub ahead of print]. Web: http://archopht.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2505603.

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