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Eher seltenes Krankheitsbild: Feline Epitheliotrope Mastozytische Konjunktivitis

Berkeley – mechentel news – Eine Mastzellinfiltration tritt bei malignen, entzündlichen (z.B. allergischen, infektiösen) und idiopathischen Krankheitsprozessen bei Menschen und Tieren auf. Die Autoren um B Beckwith-Cohen aus dem Department of Vision Science an der University of California-Berkeley im Bundesstaat Kalifornien, USA, beschreiben die klinischen und histologischen Eigenschaften einer besonderen proliferativen Konjunktivitis, die bei 15 Katzen auftrat. Proben aus den betroffenen Augen wurden histologisch untersucht und Gewebeproben aus den Augen von 10 Katzen wurden mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) auf Felines Herpesvirus-1 (FHV-1) getestet. Das mittlere Alter der Katzen betrug 8 Jahre (7 Monate bis 17,5 Jahre). Der bekannte durchschnittliche Zeitraum vor der Biopsie, in dem bereits Augenschäden bestanden, lag bei 4 Monaten (1 Woche bis 3 Jahre). Die Augenerkrankung war bei 12 Katzen einseitig und 9 Katzen hatten eine zusätzliche Hornhauterkrankung. Klinisch und histologisch wurden bei 13 Katzen proliferative oder noduläre konjunktivale Läsionen festgestellt. Die Nickhaut war bei 10 Katzen betroffen. Histologisch waren die Läsionen durch gemischte entzündliche Infiltrate mit einer Fülle an Giemsa- und Toluidinblau-positiven intra- und subepithelialen Mastzellen, deutlichem Ödem und papillärer Epithelhyperplasie gekennzeichnet. Felines Herpesvirus-1 wurde durch PCR bei einer von zehn getesteten Katzen nachgewiesen. Informationen über den weiteren Verlauf waren für 14 Katzen verfügbar: 8 hatten kein rezidiv während einer mittleren Nachbeobachtungsphase von 17,5 Monaten (4,5 bis 30 Monate), bei zwei Katzen wurde die Orbita ausgeräumt, 3 erlitten ein Rezidiv, welches medikamentös behandelt wurde und eine Katze wies zum Zeitpunkt der Biopsie eine diffuse Konjunktivitis auf und ein Rezidiv wurde als irrelevant betrachtet. Verschiedene Augenmedikationen wurden vor und nach der chirurgischen Biopsie verabreicht. Die Autoren teilen in der elektronischen Vorabpublikation im Juli 2016 beim Fachjournal Veterinary Pathology mit, dass diese Gegebenheiten als Feline Epitheliotrope Mastozytische Konjunktivitis bezeichnet wurden, wobei intraepitheliale Mastzellen ein wesentliches Merkmal darstellen und papilläre Epithelproliferation charakteristisch, aber nicht allein entscheidend für die Diagnose ist. Das Erkrankungsbild scheine selten und benigne zu sein. Die Ursache ist bislang unbekannt, eine allergische Komponente sei dabei nicht auszuschließen. (bs)

Autoren: Beckwith-Cohen B, Dubielzig RR, Maggs DJ, Teixeira LB. Korrespondenz: L. B. C. Teixeira, Comparative Ocular Pathology Laboratory of Wisconsin, School of Veterinary Medicine, the University of Wisconsin–Madison, 2015 Linden Drive, Madison, WI 53706, USA. E-Mail: leandro.teixeira@wisc.edu. Studie: Feline Epitheliotropic Mastocytic Conjunctivitis in 15 Cats. Quelle: Vet Pathol. 2016 Jul 1. pii: 0300985816653793. [Epub ahead of print] Web: http://vet.sagepub.com/content/early/2016/07/01/0300985816653793.

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