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Aflibercept eine Alternative bei der Behandlung von neovaskulärer AMD bei Non-Respondern auf Ranibizumab und Bevacizumab?

MEDICAL RETINA – Wien – mechentel news – Sandra Maksys und ihre Kollegen von der ophthalmologischen Abteilung des Krankenhauses Hietzing in Wien untersuchten die Behandlungsergebnisse mit Aflibercept bei Patienten, die weder auf Ranibizumab noch auf Bevacizumab ansprachen. Die Wissenschaftler betrachteten in einem retrospektiven Review 32 Augen von 30 Patienten mit choroidaler Neovaskularisation (CNV), die keine ausreichende Reaktion auf die Behandlung mit Ranibizumab oder Bevacizumab zeigten und daher als Non-Responder galten und schließlich auf Aflibercept umgestellt wurden. Der Visus, die zentrale Netzhautdicke (CMT) und das Vorhandensein oder Fehlen von intraretinaler oder subretinaler Flüssigkeit wurden sowohl vor dem Medikamentenwechsel als auch nach jeder der drei Initialdosen-Injektionen sowie sechs, acht und zehn Wochen nach der dritten Aflibercept-Injektion (d. h. Gruppe Woche 6, Gruppe Woche 8 und Gruppe Woche 10) bestimmt. Alle Patienten wurden im Vorfeld mit intravitreal appliziertem Ranibizumab behandelt, wobei die mittlere Anzahl der Injektionen bei 14,75 ± 7,38 lag. Im Mittel dauerte die vorausgehende anti-vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor- (-VEGF-) Behandlung 38 ± 27,35 Monate. Vor dem Wechsel zu Aflibercept betrug der mittlere Visus 0,40 ± 0,30 logMAR. Nach der dritten Injektion lag der Visus bei 0,30 ± 0,30 logMAR und zehn Wochen nach der dritten Injektion wurden 0,50 ± 0,20 logMAR ermittelt. Demzufolge konnten keine signifikanten Unterschiede sowohl während der Behandlung als auch im Nachsorgezeitraum festgestellt werden. Zu Beginn der Behandlung lag die mittlere CMT bei 394 ± 118 µm, im Verlauf der Kontrolluntersuchungen wurden (nach der ersten, zweiten und dritten Injektion beziehungsweise bei Gruppe Woche 6, Gruppe Woche 8 und Gruppe Woche 10) 317 ± 108 µm, 301 ± 99 µm, 292 ± 83 µm, 270 ± 78 µm, 340 ± 146 µm beziehungsweise 377 ± 92 µm gemessen. Signifikante Verringerungen wurden lediglich bei den Kontrolluntersuchungen nach der ersten bis dritten Injektion sowie bei der Kontrolle bei Gruppe Woche 8 festgestellt. 59,4 % der Patienten waren auch vollständige Non-Responder auf die Aflibercept-Medikation. Laut der im August 2016 im Fachjournal Wiener klinische Wochenschrift vorab elektronisch veröffentlichten Studie, resultiert Aflibercept solange die Therapie gegeben wird in einer Verbesserung der CMT bei Non-Respondern in Bezug auf Ranibizumab und Bevacizumab. Ferner unterstützen die Ergebnisse die Theorie, dass zumindest eine Stabilisierung im Vergleich zum Zeitpunkt des Medikamentenwechsels nicht aber eine Verbesserung erzielt werden kann solange die Therapie durchgeführt wird und nicht länger als auf vierwöchige Abstände ausgedehnt wird. Da aber selbst eine Stabilisierung für den Patienten ein gutes Ergebnis darstellen kann, ist Aflibercept eine alternative Behandlungsmöglichkeit. (ut)

Autoren: Maksys S, Richter-Müksch S, Weingessel B, Vécsei-Marlovits PV. Korrespondenz: Sibylla Richter-Müksch, Department of Ophthalmology, KH Hietzing, Wolkersbergenstr. 1, 1130, Vienna, Austria. Electronic address: sibylla.richter-mueksch@wienkav.at. Studie: Short-term effect of aflibercept on visual acuity and central macular thickness in patients not responding to ranibizumab and bevacizumab. Quelle: Wien Klin Wochenschr. 2016 Aug 22. [Epub ahead of print]. Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00508-016-1055-0

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