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VIPER Studie: Zusätzliche Cerclage bei Vitrektomie senkt nicht signifikant das Risiko für einen Zweiteingriff bei pseudophaker Amotio

SURGICAL RETINA Aachen – mechentel news – Es ist unklar, ob eine zusätzliche Cerclage das Ergebnis der Vitrektomie bei pseudophaker Netzhautablösung (pseudophakic retinal detachment, PRD) verbessert. Ebenso ist unbekannt, ob die trokargeleitete transkonjunktivale Vitrektomie mit kleinem Gauge-Wert ebenso erfolgreich ist wie die konventionelle 20-Gauge(G)-Vitrektomie. Peter Walter aus der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsklinik RWTH Aachen und Kollegen aus ganz Deutschland führten dazu eine Studie an 257 erwachsenen Patienten mit unkomplizierter PRD in 14 vitreoretinalen Zentren durch. Abhängig von der Verfügbarkeit qualifizierter Operateure wurden geeignete Patienten randomisiert entweder (i) im Verhältnis 1:1 einer 20G-Vitrektomie mit Cerclage (Gruppe E1) oder einer 20G-Vitrektomie ohne Cerclage (Gruppe C) oder (ii) im Verhältnis 1:1:1 der Gruppe E1, C oder einer 23/25-Gauge-Vitrektomie ohne Buckel (Gruppe E2) zugeordnet. Behandlungserfolg war definiert als fehlende Indikation für jegliche Wiederanlageoperation der Retina während des Beobachtungszeitraums von 6 Monaten. In 79,0 % (= 79/100, Gruppe E1) gegenüber 73,5 % (= 72/98, Gruppe C) wurde dieser Behandlungserfolg erzielt (p = 0,558; Odds Ratio 1,32; 95 % Konfidenzintervall 0,65 bis 2,65). In Gruppe E2 wurde bei 87,7 % (= 50/57) der Patienten der Behandlungserfolg erreicht, im Vergleich zu 78,7 % (= 48/61) in der Gruppe C, was die Nicht-Unterlegenheit von E2 gegenüber C hinsichtlich der vordefinierten Grenze von 0,8 (Odds Rate Verhältnis; p = 0,05; OR 2,17; 95 % KI 0,80 bis 5,89) zeigte. Die bestkorrigierte Sehschärfe verbesserte sich postoperativ unabhängig von der Behandlungsmethode signifikant im Durchschnitt um -0,7 (von 1,0 auf 0,3) logMAR. Die Patienten erlitten eine Veränderung der sphärischen Refraktion um -1,0 Dioptrie in Gruppe E1 im Vergleich zu -0,1 D in Gruppe C. In ähnlicher Weise waren intraoperative Komplikationen (15,2 % gegenüber 8,8 % der Patienten) und schwere unerwünschte Ereignisse (30,3 % gegenüber 22,5 % der Patienten) in der E1-Gruppe häufiger. Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im September 2016 beim British Journal of Ophthalmology zusammen, dass die Vitrektomie mit Gastamponade eine wirksame und sichere Behandlung bei der unkomplizierten PRD darstellt. Eine zusätzliche Cerclage vermindert das Risiko für einen zweiten Eingriff zur Wiederanlage der Retina bei der 20G-Vitrektomie nicht. Die transkonjunktivale Vitrektomie mit kleinen Gauge-Werten ist der konventionellen 20G-Technik nicht unterlegen. (bs)

Autoren: Walter P, Hellmich M, Baumgarten S, Schiller P, Limburg E, Agostini H, Pielen A, Helbig H, Lommatzsch A, Rössler G, Mazinani B; VIPER Study Group. Korrespondenz: Dr Babac Mazinani, Department of Ophthalmology, RWTH Aachen University, Pauwelsstr. 30, Aachen 52074, Germany. E-Mail: bmazinani@gmx.de. Studie: Vitrectomy with and without encircling band for pseudophakic retinal detachment: VIPER Study Report No 2-main results. Quelle: Br J Ophthalmol. 2016 Sep 8. pii: bjophthalmol-2016-309240. doi: 10.1136/bjophthalmol-2016-309240. [Epub ahead of print] Web: http://bjo.bmj.com/content/early/2016/09/08/bjophthalmol-2016-309240.abstract

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