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Prävalenzen der nichtinfektiösen Uveitis bei kommerziell Versicherten Erwachsenen und Kindern in den USA bestimmt

UVEITIS Baltimore – mechentel news – Unter dem Begriff nichtinfektiöse Uveitis (NIU) wird eine Reihe intraokulärer entzündlicher Erkrankungen zusammengefasst, die mit einer erheblichen Sehbehinderung verbunden sein können. Nach Kenntnis von Jennifer E. Thorne aus dem Ophthalmologischen Abteilung der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore im Bundesstaat Maryland, USA, und Kollegen haben nur wenige Studien die Prävalenz der NIU allgemein oder aufgeschlüsselt nach genauer Lokalisation, Schweregrad, Vorhandensein von systemischen Faktoren, Alter oder Geschlecht untersucht. Die Autoren nutzten zur Abschätzung der NIU-Prävalenz im Jahr 2012 eine grosse, retrospektive verwaltungstechnische Datensammlung, die OptumHealth Reporting and Insights Datenbank. Die Analyse wurde im September 2016 durchgeführt. Die große Datenbank zur Verwaltung von Versicherungsforderungen umfasst 14 Millionen privat versicherte Personen in 69 selbstversicherten Unternehmen, die in verschiedenen Branchen tätig sind. In die Studie wurden Patienten mit NIU aufgenommen, bei denen zwei oder mehr Uveitis-Diagnosen an verschiedenen Tagen des Jahres 2012 gestellt worden waren und die über das gesamte Jahr 2012 in einen Behandlungsplan eingeschrieben waren; sie wurden nach dem Ort des entzündlichen Geschehens kategorisiert. Abgeschätzt wurde die Gesamtprävalenz einer NIU je nach Entzündungsort, Schweregrad, Geschlecht und Alter. Patienten mit einer anterioren NIU wurden je nach Vorhandensein systemischer Bedingungen eingeteilt. Von den etwa 4 Millionen erwachsenen Patienten der Datenbasis waren etwa 2,1 Millionen Frauen und von den 932.260 Kindern waren 475.481 Jungen. Die Prävalenz der NIU bei den Erwachsenen betrug 121 Fälle pro 100.000 Personen (95 % Konfidenzintervall 117,5 – 124,3). Im pädiatrischen Bereich lag die NIU-Prävalenz bei 29 Fällen pro 100.000 (95 % KI 26,1 – 33,2). Eine anteriore NIU bestand in 81 % (3.904 Fälle) der erwachsenen NIU-Patienten (98 pro 100.000; 95 % KI 94,7 – 100,9) und in 75 % (207 Fälle) der pädiatrischen NIU-Patienten (22 pro 100.000; 95 % KI 19,3 – 25,4). Die Prävalenzen der nichtinfektiösen intermediären, posterioren und Panuveitis betrugen bei Erwachsenen 1 (95 % KI 0,8 – 1,5), 10 (95 % KI 9,4 – 11,5) beziehungsweise 12 (95 % KI 10,6 – 12,7) pro 100.000 sowie bei pädiatrischen Patienten 0 (95 % KI 0,1 – 1,1), 3 (95 % KI 1,8 – 4,1) beziehungsweise 4 (95 % KI 2,9 – 5,6) pro 100.000. Die Prävalenz der NIU nahm mit dem Alter zu und war bei weiblichen Erwachsenen höher als bei männlichen. Die Übertragung dieser Schätzungen auf die US-amerikanische Bevölkerung bedeutet, dass im Jahr 2015 eine NIU im Jahr 2015 etwa 298.801 amerikanische Erwachsene (95 % KI 290.512 – 307.324) und 21.879 Kinder (95 % KI 19.360 – 24.626) betraf. Die Autoren stellen diese Ergebnisse in der November-Ausgabe 2016 des JAMA Ophthalmology vor. Sie weisen dabei darauf hin, dass die geschätzten Prävalenzen einer nichtinfektiösen Uveitis von 121 pro 100.000 bei Erwachsenen und 29 pro 100.000 bei Kindern auf der Auswertung von Versicherungsforderungen bezüglich einer kommerziell versicherten Bevölkerungsgruppe beruhen und in anderen Bereichen der US-amerikanischen Population unterschiedlich sein können. Ein besseres Verständnis der Prävalenz der NIU werde dazu beitragen, die Anzahl der betroffenen Patienten zu bestimmen. (bs)

Autoren: Thorne JE, Suhler E, Skup M, Tari S, Macaulay D, Chao J, Ganguli A. Korrespondenz: Jennifer E. Thorne, Department of Ophthalmology, Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, Maryland, USA. Studie: Prevalence of Noninfectious Uveitis in the United States: A Claims-Based Analysis. Quelle: JAMA Ophthalmol. 2016 Nov 1;134(11):1237-1245. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2016.3229. Web: http://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2551695

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