Fachverlag und Nachrichtenagentur

Feinnadelpunktion ist ein sicheres Verfahren bei der In-Vivo-Untersuchung des Aderhautmelanoms

 

TUMOR Houston – mechentel news – Ryan S. Kim vom Retina Consultants of Houston und Kollegen aus verschiedenen Abteilungen in Houston, Texas, USA, wagten sich an die erste In-Vivo-Untersuchung skleraler Trakte mittels Feinnadelpunktion, um die iatrogene Ausbreitung von Tumorzellen zu bestimmen. Diese prospektive, konsekutive Beobachtungsstudie wurde in einer klinischen/operativen Einrichtung des Retina Consultants of Houston und am Houston Methodist Hospital in Houston, Texas, durchgeführt und umfasste insgesamt zehn Patienten, für die eine Enukleation als Ersttherapie des uvealen Melanoms vorgesehen war. Die Behandlung setzte sich aus der Feinnadelpunktion, der Enukleation sowie der histopathologischen Auswertung zusammen. Zu den Hauptzielen der Studie zählen die Tumorlokalisation und die räumliche Ausdehnung des Tumors, die mittels B-Scans und histopathologischer Analysen ermittelt wurde. Die Tumorart wurde anhand von Genexpressionsprofilen sowie dem Klassifizierungssystem des AJCC (American Joint Committee on Cancer) bestimmt. Für die Feinnadelpunktion unter direkter Sicht wurden entweder 25- oder 27-Gauge-Hohlnadeln eingesetzt. Die Gewebeblöcke der so gewonnenen Proben wurden mittels HE-(Hämatoxylin-Eosin-)Färbungen und Doppelimmunmarkierungen ausgewertet. Als Hilfe bei der Identifizierung von Melanomen und Angiomyolipomen wurde der monoklonale Antikörpers HMB-45 eingesetzt, der mit einem roten Chromogen sichtbar gemacht wurde. Zur Darstellung sich schnell teilender Zellpopulationen wurde Ki-67, visualisiert mittels braunem DAB (3,3‘-Diaminobenzidin), als Proliferationsmarker genutzt. Im Mittel wurden die Patienten nach der Enukleation 20,4 (9,9-31,7) Monate lang im Rahmen der Nachuntersuchung betreut. Alle Gewebeproben konnten genomisch ausgewertet werden, da die Biopsate ausreichend Material aufwiesen. Keine der Enukleations-Proben wies Tumorzellen innerhalb der Sklera, der Pars plana oder der Pars plicata auf. Ein Biopsat enthielt eine kleine Ansammlung von Tumorzellen im vorderen Glaskörper im Quadranten der Biopsiestelle. Keiner der Patienten entwickelte ein orbitales Rezidiv. Vier der beobachteten Patienten entwickelten im Beobachtungszeitraum der Studie ein nicht-orbitales metastatisches uveales Melanom; drei dieser Patienten verstarben und der vierte Patient überlebte das Studienende mit hepatischen Metastasen. Die Autoren, der im Februar 2017 im amerikanischen Fachjournal für Ophthalmologie veröffentlichten Studie, fassten zusammen, dass keine iatrogene Ausbreitung des Tumors zu vermelden ist und dass die Feinnadelpunktion ein sicheres Verfahren sei, das einen hoch-zellularen Ertrag für zytologische und genomische Analysen mit minimalem Risiko der extraokulären Ausbreitung liefert. (ut)

Autoren: Kim RS, Chevez-Barrios P, Bretana ME, Wong TP, Teh BS, Schefler AC. Korrespondenz: Inquiries to Amy C. Schefler, Retina Consultants of Houston, 6560 Fannin Street, Suite 750, Houston, TX 77030. Electronic address: acsmd@houstonretina.com. Studie: Histopathologic Analysis of Transvitreal Fine Needle Aspiration Biopsy Needle Tracts for Uveal Melanoma. Quelle: Am J Ophthalmol. 2017 Feb; 174:9-16. doi: 10.1016/j.ajo.2016.10.019. Epub 2016 Nov 4. Web: http://www.ajo.com/article/S0002-9394(16)30532-3/abstract

© 2022  mechentel medizin
Fachverlag und Nachrichtenagentur