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Kanaloplastik mit Stegmann-Canal-Expandern sicher und effektiv beim primären Offenwinkelglaukom

 

GLAUKOM Prätoria/Basel – mechentel news – Kollegen aus den Augenkliniken der Sefako Makgatho Health Sciences University in Prätoria, Südafrika, und der Universität Basel in der Schweiz um Matthias C. Grieshaber untersuchten die längerfristige postoperative Sicherheit und die Wirksamkeit eines neuen Expanders für den Schlemm-Kanal. In einer nicht-vergleichenden, prospektiven Studie wurden 42 weisse Patienten mit medikamentös nicht kontrolliertem primären Offenwinkelglaukom einer primären Kanaloplastik unterzogen und mehr als 2 Jahre nachbeobachtet. Das Filterkissen-unabhängige Verfahren umfasste die Katheter-gestützte Kanaloplastik und die Implantation von zwei Stegmann-Canal-Expandern, um die Trabekel-Dehnung und eine Kanaldurchgängigkeit von über 180° zu erhalten. Es wurden der Augeninnendruck (intraocular pressure, IOP), die Anwendung von Glaukom-Medikamenten und Komplikationen erfasst. Präoperativ betrug der mittlere IOP 26,8 ± 5,6 mm Hg, nach 6 Monaten 12,8 ± 1,5 mm Hg, nach 12 Monaten 13,2 ± 1,2 mm Hg und nach 24 Monaten 13,3 ± 2,5 mm Hg (p < 0,001). Der Anteil vollständigen Erfolgs, definiert als IOP ≤ 21, ≤ 18 und ≤ 16 mm Hg sowie ≥ 30 % IOP-Reduktion, lag bei 85 % (95 % Konfidenzintervall [KI] 0,76 – 0,95), 85 % (KI 0,76 – 0,95) und 82 % (KI 0,70 – 0,96) nach 12 Monaten und 83 % (KI 0,73 – 0,94), 80 % (KI 0,70 – 0,92) und 80 % (KI 0,70 – 0,92) nach 24 Monaten. Präoperative Faktoren stellten keine signifikanten Prädiktoren für eine IOP-Reduktion von ≤ 16 mm Hg dar: IOP (Hazard Ratio [HR] 0,68; 95 % KI 0,44 – 1,04; p = 0,08), mittlerer visueller Fehler (HR 1,06; KI 0,90 – 1,20; p = 0,47), Anzahl der Medikamente (HR 0,59; KI 0,17 – 2,14; p = 0,42) und Alter (HR 0,96; KI 0,87 – 1,13; p = 0,41). Die Anzahl der Medikamente sank von 2,8 ± 0,4 präoperativ auf 0,2 ± 0,5 postoperativ (p < 0,001). Die mittlere am besten korrigierte Sehschärfe lag präoperativ bei 0,19 ± Standardabweichung 0,21 (Bereich 0 – 1,6) und der logMAR-Wert entsprach nach einem mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 27,4 Monaten 0,23 ± SD 0,16 (Bereich 0 – 1,6; p = 0,42). Die Komplikationen umfassten während der Operation die periphere Ablösung der Descemet-Membran (7,2 %) und ein Anpassen des Expanders (4,7 %) und postoperativ vorübergehend Mikrohyphaema (23,8 %) und IOP-Erhöhung (7,2 %). Die Autoren kommen in der elektronischen Vorabpublikation im Januar 2017 in den Acta Ophthalmologica zu dem Schluss, dass bei weissen Patienten mit moderatem bis fortgeschrittenem primären Offenwinkelglaukom die Kanaloplastik mit dem Stegmann-Canal-Expander ein sicheres und effektives Verfahren zur Reduzierung des Augeninnendrucks darstellt. (bs)

Autoren: Grieshaber MC, Schoetzau A, Grieshaber HR, Stegmann R. Korrespondenz: Matthias C. Grieshaber, MD, PD, FEBO, Department of Ophthalmology, University of Basel, Mittlere Strasse 91, CH-4031 Basel, Switzerland. E-Mail: matthias.grieshaber@usb.ch. Studie: Canaloplasty with Stegmann Canal Expander for primary open-angle glaucoma: two-year clinical results. Quelle: Acta Ophthalmol. 2017 Jan 13. doi: 10.1111/aos.13372. [Epub ahead of print] Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/aos.13372/abstract

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