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Mehrere neue Genomregionen identifiziert, die mit primärem Offenwinkelglaukoms assoziiert sind

 

GLAUKOM Rotterdam – mechentel news – Das primäre Offenwinkelglaukom (POAG), die häufigste optische Neuropathie, ist eine erbliche Erkrankung. Geschwister von POAG-Patienten haben ein zehnfach erhöhtes Risiko diese Krankheit zu entwickeln. Zur klinischen Vorhersage des POAG-Risikos werden der intraokuläre Druck (IOP) und Merkmale des Sehnervenkopfes herangezogen. Die internationalen Autoren um Henriët Springelkamp aus der Epidemiologischen Abteilung des Erasmus Medical Center in Rotterdam, Niederlande, führten eine genomweite Assoziations-Metaanalyse zum IOP und zu Parametern der Sehnervenscheibe durch und validierten die Ergebnisse in mehreren Gruppen von POAG-Patienten und Kontrollpersonen. Durch Imputation anhand des 1000-Genomes(1000G)-Referenzsatzes wurden 9 neue Genomregionen identifiziert, die mit der vertikalen Cup-Disc-Ratio (VCDR) assoziiert sind und eine neue Region, die mit dem IOP in Beziehung steht. Zusätzlich wurden fünf neue Loci für den Bereich der Sehnervengrube und sechs für das Areal der Sehnervenscheibe entdeckt. Bisher wurde davon ausgegangen, dass die genetische Variation das POAG entweder durch den IOP oder durch Veränderungen des Sehnervenkopfes beeinflusst wird. Die Autoren zeigen auf, dass einige Genomregionen sowohl auf den IOP als auch auf Scheibenparameter Auswirkungen haben. Der Einfluss der neuen Loci wurde durch Analyse der Signalwege charakterisiert, wobei sich zeigte, dass die beteiligten Wege nicht vollständig verschieden sind von den bisher angenommenen. Darüber hinaus wurde eine neuartige Assoziation zwischen CDKN1A und POAG identifiziert. Anhand eines Zebrafisch-Models konnte gezeigt werden, dass six6b (assoziiert mit POAG- und Sehnervenkopfvariationen) die Expression von CDKN1A verändert. Zusammengefasst legen die Autoren in der elektronischen Vorabpublikation im Januar 2017 beim Fachjournal Human Molecular Genetics dar, dass sie mehrere neue Gene identifizierten, die die wichtigen klinischen Risikofaktoren für das POAG beeinflussen und aufzeigten, dass genetische CDKN1A-Variationen bedeutsam für das POAG-Risiko sind. (bs)

Autoren: Springelkamp H, Iglesias AI, Mishra A, Höhn R, Wojciechowski R, Khawaja AP, Nag A, Wang YX, Wang JJ, Cuellar-Partida G, Gibson J, Cooke Bailey JN, Vithana EN, Gharahkhani P, Boutin T, Ramdas WD, Zeller T, Luben RN, Yonova-Doing E, Viswanathan AC, Yazar S, Cree AJ, Haines JL, Koh JY, Souzeau E, Wilson JF, Amin N, Müller C, Venturini C, Kearns LS, Hee Kang J, Consortium N, Tham YC, Zhou T, van Leeuwen EM, Nickels S, Sanfilippo P, Liao J, Linde HV, Zhao W, van Koolwijk LM, Zheng L, Rivadeneira F, Baskaran M, van der Lee SJ, Perera S, de Jong PT, Oostra BA, Uitterlinden AG, Fan Q, Hofman A, Shyong Tai E, Vingerling JR, Sim X, Wolfs RC, Teo YY, Lemij HG, Khor CC, Willemsen R, Lackner KJ, Aung T, Jansonius NM, Montgomery G, Wild PS, Young TL, Burdon KP, Hysi PG, Pasquale LR, Wong TY, Klaver CC, Hewitt AW, Jonas JB, Mitchell P, Lotery AJ, Foster PJ, Vitart V, Pfeiffer N, Craig JE, Mackey DA, Hammond CJ, Wiggs JL, Cheng CY, van Duijn CM, MacGregor S. Korrespondenz: Stuart MacGregor, Statistical Genetics, QIMR Berghofer Medical Research Institute, Royal Brisbane Hospital, Brisbane, Australia. E-Mail: MacGregor@qimrberghofer.edu.au Studie: New insights into the genetics of primary open-angle glaucoma based on meta-analyses of intraocular pressure and optic disc characteristics. Quelle: Hum Mol Genet. 2017 Jan 10. pii: ddw399. doi: 10.1093/hmg/ddw399. [Epub ahead of print] Web: https://academic.oup.com/hmg/article-abstract/doi/10.1093/hmg/ddw399/2970289/New-insights-into-the-genetics-of-primary-open

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