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Aganirsen zur Prävention eines neovaskulären Glaukoms: Studienprotokoll der Phase II/III STRONG-Studie

 

 

GLAUCOMA Mainz – mechentel news – Das neovaskuläre Glaukom (NVG) ist selten, nur 3,9 % aller Glaukomfälle gehören dieser Gruppe an. Die häufigste Ursache für ein NVG ist der ischämische zentrale Netzhautvenenverschluss (iCRVO). NVG führt häufig zur Erblindung und einem schmerzhaften Endstadium des Glaukomschadens, das eine Enukleation erfordert. Derzeit gibt es keine präventive Therapie hinsichtlich eines NVG nach iCRVO. Rettungstherapien haben schwerwiegende Nachteile. Dementsprechend gibt grossen Bedarf, die oft visuell verheerenden Folgen eines NVG zu verhindern. Die STRONG-Studie ist dazu angelegt zu untersuchen, ob das topisch aktive antiangiogene Aganirsen die Neovaskularisation hemmen kann, die zu einem sekundären NVG in Augen mit iCRVO führt. Gleichzeitig wird STRONG wichtige Erkenntnisse über den natürlichen Verlauf des iCRVO und NVG in einer grossen und gut charakterisierten Kohorte solcher Patienten liefern. Das internationale Autorenteam um Katrin Lorenz aus der Universitäts-Augenklinik Mainz, Deutschland, stellt dazu das Studienprotokoll einer Phase II/III-Studie zur Untersuchung von Aganirsen als neue topische Behandlung bei iCRVO zur Prävention eines NVG vor. Die Studie wird die Wirksamkeit von zwei verschiedenen Dosen dieses neu entwickelten Antisense-Oligonukleotids untersuchen. Es wird in einer Augenemulsion formuliert, um die Gefässneubildung durch Blockade des Insulinrezeptorsubstrats(IRS)-1 zu unterdrücken. Dies führt im Folgenden zu einer Herunterregulierung sowohl der angiogenen als auch der proinflammatorischen Wachstumsfaktoren wie dem vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) und dem Tumornekrosefaktor (TNF). 333 in die Studie aufgenommene Patienten werden mit topischem Aganirsen oder Placebo für einen Zeitraum von 24 Wochen behandelt. Sie werden darüber hinaus eingeladen, an Sub-Studien zur Analyse von gonioskopischen Bildern, zur Bestimmung von Biomarkern für NVG und zu Risikofaktoren für iCRVO teilzunehmen. Die Autoren halten in der März-Ausgabe 2017 des Journals Trials fest, die STRONG-Studie habe das Potenzial, eine neue Behandlungsmethode anzubieten für Patienten mit iCRVO und einem hohen Risiko für die Entwicklung eines NVG. Die topische Verabreichung könne die Belastung der Patienten und das Risiko im Zusammenhang mit einer Rettungsbehandlung, wie z. B. destruktiver Laserbehandlung oder Enukleation, reduzieren, erfordere aber ein hohes Mass an Compliance der Patienten. (bs)

Autoren: Lorenz K, Scheller Y, Bell K, Grus F, Ponto KA, Bock F, Cursiefen C, Flach J, Gehring M, Peto T, Silva R, Tal Y, Pfeiffer N. Korrespondenz: Department of Ophthalmology, University Medical Center, Johannes Gutenberg-University Mainz, Langenbeckstr. 1, D-55131, Mainz, Germany. E-Mail: katrin.lorenz@unimedizin-mainz.de Studie: A prospective, randomised, placebo-controlled, double-masked, three-armed, multicentre phase II/III trial for the Study of a Topical Treatment of Ischaemic Central Retinal Vein Occlusion to Prevent Neovascular Glaucoma – the STRONG study: study protocol for a randomised controlled trial. Quelle: Trials. 2017 Mar 16;18(1):128. doi: 10.1186/s13063-017-1861-3. Web: https://trialsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13063-017-1861-3

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