Besseres Überleben für Prostatakarzinom-Patienten mit PSA-Bounce nach der Strahlentherapie

 

PROSTATE Bern – mechentel news – Der unmittelbar nach einer Behandlung auftretende kurzzeitige Anstieg im PSA-Spiegel, der sogenannte PSA-Bounce, ist nicht unbekannt und daher bei 15 bis 30 Prozent der Patienten mit einem Adenokarzinom der Prostata beschrieben, die mittels Strahlentherapie (RT) behandelt wurden. Die Forscher um Paul B. Romesser vom Department of Radiation Oncology am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA, bewerteten die Unterschiede zwischen dem PSA-rezidivfreien (PSA-RFS), dem fernmetastasenfreien (DMFS), dem Gesamt- (overall survival, OS) und dem krebsspezifischen Überleben (cancer-specific survival, CSS) bei Patienten mit und ohne PSA-Bounce nach einer dosiseskalierten externen Strahlentherapie (DE-EBRT). Die retrospektive Studie umfasste 1898 Patienten mit Adenokarzinomen der Prostata, die im Zeitraum von 1990 bis 2010 mit einer DE-EBRT mit ≥75 Gy und ≥5 Jahren Follow-Up behandelt worden waren. Patienten, die zeitgleich eine neoadjuvante Androgen-Deprivationstherapie (n = 1035) erhielten oder Patienten, bei denen weniger als vier PSA-Werte im Zeitraum von wenigstens sechs Monaten nach Abschluss der EBRT vorlagen (n = 87) wurden ausgeschlossen. Die evaluierbaren Patienten wurden im Mittel mit 81,0 Gy radiotherapiert. Ein PSA-Bounce wurde definiert als ein Anstieg um mehr als 0,2ng/ml über dem PSA-Nadir gefolgt von einem Abfall auf den Nadir oder darunter. Ein PSA-Rezidiv wurde definiert als post-RT PSA Nadir + 2 ng/ml. Der Follow-Up-Zeitraum betrug im Mittel 9,2 Jahre (IQR: 5,3-10,6 Jahre). 123 Patienten (15,9 %) erlebten im Schnitt nach 24,6 Monaten (IQR: 16,1-38,5 Monate) einen PSA-Bounce nach der DE-EBRT. Multivariate Analysen offenbarten, dass sowohl ein jüngeres Alter (p = 0,001), ein niedriger Gleason-Score (p = 0,0003) als auch eine hohe RT-Dosis (p = 0,0002) unabhängig voneinander einen PSA-Bounce vorhersagten. Mittels multivariaten Cox-Analysen konnte der PSA-Bounce unabhängig mit dem verminderten Risiko für ein PSA-Rezidiv (HR: 0,53; 95 % CI: 0,33-0,85; p = 0,008), mit dem Auftreten von Fernmetastasen (HR: 0,34; 95 % CI: 0,12-0,94; p = 0,04) und der allgemeinen Mortalität (HR: 0,53; 95 % CI: 0,29-0,96; p = 0,04) in Verbindung gebracht werden. Da alle 50 Patienten, deren Tod auf den Prostatakrebs zurückzuführen war, der nicht-Bounce-Kohorte angehörten, konnten keine konkurrierenden Risikoanalysen durchgeführt werden. Nichtparametrische konkurrierende Risiko-Tests zeigten allerdings auf, dass Patienten, bei denen ein PSA-Bounce auftrat, ein verbessertes spezifisches Überleben verglichen mit Patienten ohne PSA-Bounce aufwiesen (p = 0,004). Die Autoren, der im Oktober 2017 im International Journal of Radiation Oncology veröffentlichten Studie, schlussfolgern, dass Patienten, die infolge eines Adenokarzinoms der Prostata mit einer DE-EBRT behandelt wurden und einen kurzzeitigen Anstieg des PSA-Levels nach der Behandlung aufwiesen, verbesserte PSA-RFS-, DMFS-, OS- und CSS-Resultate hatten. (ut)

Autoren: Romesser PB, Pei X, Shi W, Zhang Z, Kollmeier M, McBride SM, Zelefsky MJ. Korrespondenz: Michael J. Zelefsky, Department of Radiation Oncology, Memorial Sloan Kettering Cancer Center, 1275 York Avenue, Room SM-06, New York, NY, 10065. Electronic address: zelefskm@mskcc.org. Studie: PSA Bounce After Dose-Escalated External Beam Radiation Therapy Is an Independent Predictor of PSA Recurrence, Metastasis, and Survival in Prostate Adenocarcinoma Patients. Quelle: http://www.redjournal.org/article/S0360-3016(17)33854-3/fulltext

Kommentar

Ein kurzzeitiger Anstieg im PSA-Spiegel bei Patienten mit Adenokarzinom der Prostata, die mit einer dosiseskalierten externen Strahlentherapie (DE-EBRT) behandelt wurden, wies ein verbessertes PSA-rezidivfreies Überleben (PSA-RFS), fernmetastasenfreies Überleben (DMFS), krebsspezifisches Überleben und Gesamtüberleben (OS) auf. Dieses Ergebnis ist relevant, denn ein Anstieg des PSA-Werts nach einer Radiotherapie kann besorgniserregend sein. Ein PSA-Bounce nach einer Brachytherapie ist mit verbesserten klinischen Ergebnissen assoziiert. Bei Patienten, die sich einer DE-EBRT unterziehen, sind die Daten widersprüchlich.1

1 https://www.univadis.de/viewarticle/prostatakarzinom-psa-bounce-nach-rt-zeichen-fuer-ueberleben-562939?s1=news

8. Januar 2018