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Rate falsch-negativer Befunde im MD-MRT der Prostata ist zu beachten

 

PROSTATE Bethesda – mechentel news – Am National Cancer Institute der National Institutes of Health in Bethesda im Bundesstaat Maryland, USA, versuchten Samuel Borofsky et al. klinisch bedeutsame Prostatakarzinome zu charakterisieren, die bei der Bildgebung mittels multiparametrischer Magnetresonanztomographie (MP-MRT) übersehen werden. Das lokale Review Board der Einrichtung genehmigte diese Health Insurance Portability and Accountability Act(HIPAA)-konforme retrospektive Single-Center-Studie, die 100 konsekutive Patienten mit einer MP-MRT-Bildgebung und anschliessender radikaler Prostatektomie umfasste. Ein urogenital spezialisierter Pathologe, verblindet hinsichtlich der MD-MRT-Befunde, beurteilte die Tumorgrenze an pathologischen Schnitten vollständig eingebetteter Präparate. Zwei Personen korrelierten die kartierten Läsionen mit den Befunden der prospektiv ausgewerteten MD-MRT-Bilder. Sie waren verblindet gegenüber den histopathologischen Befunden während der prospektiven Auswertung. Bei der histopathologischen Untersuchung wurden 80 klinisch nicht bedeutsame Veränderungen (< 5 mm; Gleason-Score 3 + 3) ausgeschlossen. Dieselben zwei Personen, nun nicht mehr verblindet gegenüber den histopathologischen Befunden, beurteilten erneut die MD-MRT-Bilder, bei denen ein Karzinom nicht diagnostiziert worden war und wiesen einen Prostate Imaging Reporting and Data System (PI-RADS) Version 2 Score zu, um die Eigenschaften falsch-negativer Veränderungen besser zu verstehen. Mittels deskriptiver Statistiken wurden Patientenmerkmale definiert, einschliesslich Alter, Höhe des Prostata-spezifisches Antigen(PSA)-Wertes, PSA-Dichte, ethnische Herkunft, Ergebnisse der digitalen rektalen Untersuchung und Biopsieergebnisse vor der MRT-Bildgebung. Der t-Test wurde verwendet, um demografische Unterschiede zwischen Patienten mit falsch-negativen MP-MRT-Befunden und solchen mit korrekter prospektiver Identifizierung aller Veränderungen zu bestimmen. Von den 162 Veränderungen wurden 136 (84 %) korrekt mit MP-MRT-Bildgebung identifiziert. Die Grösse von acht Veränderungen wurde unterschätzt. Unter den 26 (16 %) Veränderungen, die beim MP-MRT übersehen wurden, fand sich ein Gleason-Score 3 + 4 in 17 Fällen (65 %), 4 + 3 in einem Fall (4 %), 4 + 4 in sieben Fällen (27 %) und 4 + 5 in einem Fall (4 %). Es wurden retrospektive PI-RADS Version 2 Scores vergeben (PI-RADS 1: n = 8; PI-RADS 2: n = 7; PI-RADS 3: n = 6 und PI-RADS 4: n = 5). In der „per-patient“-Analyse stellte die MP-MRT-Bildgebung klinisch bedeutsame Prostatakarzinome bei 99 von 100 Patienten dar. Mindestens ein klinisch bedeutsamer Tumor wurde bei 26 (26 %) Patienten übersehen und die Grösse der Veränderung wurde bei acht (8 %) unterschätzt. Die Autoren stellen in der elektronischen Vorabpublikation im Oktober 2017 beim Fachjournal Radiology fest, dass klinisch bedeutsame Veränderungen im MD-MRT übersehen werden können oder ihre Grösse kann unterschätzt werden. Von den übersehenen Veränderungen wurden in der zweiten Analyse 58 % nicht gesehen oder als benigne eingestuft. Diese Erkenntnis über die der Einschränkungen der MP-MRT-Bildgebung sei wichtig und es seien neue Ansätze zur Verringerung dieser falsch-negativen Rate nötig. (bs)

Autoren: Borofsky S, George AK, Gaur S, Bernardo M, Greer MD, Mertan FV, Taffel M, Moreno V, Merino MJ, Wood BJ, Pinto PA, Choyke PL, Turkbey B. Korrespondenz: National Cancer Institute, National Institutes of Health, 10 Center Dr, Room B3B85, Bethesda, MD 20892, USA. E-Mail: turkbeyi@mail.nih.gov Studie: What Are We Missing? False-Negative Cancers at Multiparametric MR Imaging of the Prostate. Quelle: Radiology. 2017 Oct 20:152877. doi: 10.1148/radiol.2017152877. [Epub ahead of print] Web: http://pubs.rsna.org/doi/10.1148/radiol.2017152877

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