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Vergleich der Follow-up-Ergebnisse nach radikaler Prostatektomie versus Surveillance

 

PROSTATE Minneapolis – mechentel news – Die Autoren um Timothy J. Wilt vom Minneapolis Veterans Affairs Health Care System und dem Center for Chronic Disease Outcomes Research sowie der Section of General Medicine der University of Minnesota School of Medicine in Minneapolis, USA, berichteten früher in prospektiven Studien, dass die radikale Prostatektomie nicht mit einer signifikant niedrigeren Gesamtmortalität oder Prostatakarzinom-spezifischen Mortalität im Vergleich zur Surveillance mit nicht kurativen palliativen Eingriffen bei einem Follow-up von über 12 Jahre bei Männern mit lokalisiertem Prostatakrebs in der frühen Ära des PSA-Tests assoziiert war. In diese aktualisierte prospektive Studie wurden zwischen 1994 und 2002 Patienten aufgenommen, die randomisiert einer radikalen Prostatektomie oder Beobachtung zugeordnet wurden. Das mediane Follow-up betrug 19,5 Jahre. Eine Operation könnte bei Patienten mit intermediärer Erkrankung mit einer niedrigeren Gesamtmortalität assoziiert sein als die Beobachtung. Es wurde jedoch kein Unterschied bei Männern mit geringem oder mit hohem Risiko der Erkrankung festgestellt. Bei Männern mit lokalisiertem Prostatakarzinom war die Operation nicht mit einer signifikant niedrigeren Gesamtmortalität oder Prostatakarzinom-spezifischen Mortalität gegenüber der Surveillance-Gruppe verbunden. Dabei weisen die Autoren in der Juli-Ausgabe 2017 des New England Journal of Medicine darauf hin, dass eine chirurgische Therapie mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse verbunden war.

Autoren: Wilt TJ, Jones KM, Barry MJ, Andriole GL, Culkin D, Wheeler T, Aronson WJ, Brawer MK. Korrespondenz: Dr. Wilt, Minneapolis VA Center for Chronic Disease Outcomes Research, 1 Veterans Dr. (111-0), Minneapolis, MN 55417, USA. E-Mail: tim.wilt@va.gov Studie: Follow-up of Prostatectomy versus Observation for Early Prostate Cancer. Quelle: N Engl J Med. 2017 Jul 13;377(2):132-142. doi: 10.1056/NEJMoa1615869. Web: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1615869

Kommentar

Diese Studie zeigt einmal mehr, dass Patienten mit Prostatakrebs von geringem Risiko und Komorbiditäten nicht von radikalen Interventionen profitieren. Daher ist eine Lebenserwartung von > 10 Jahren ein wichtiger Faktor, der bei der Auswahl von Behandlungsstrategien berücksichtigt werden muss. Hinsichtlich der Risikopatienten kann jedoch nur eine begrenzte Schlussfolgerung gezogen werden, da die Anzahl der in die Studie eingeschlossenen Patienten zu niedrig ist. In der Tat wurden nur 78 Patienten mit hohem Risiko mit radikalen Prostatektomie im Vergleich zu 85 beobachtet. Unter Berücksichtigung all dieser Elemente kann keine definitive Schlussfolgerung für Patienten mit hohem Risiko für PCa gezogen werden. Auf der anderen Seite unterstützen diese Daten die chirurgische Behandlung von Patienten mit intermediärem PCa-Risiko.

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