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Normaldruckglaukom nicht durch niedrigeren intrakraniellen Druck bedingt

 

GLAUKOM Umeå – mechentel news – Christina Lindén et al. von der Umeå University, Schweden, fanden in einer Studie, die im März 2018 im Fachjournal Ophthalmology veröffentlicht wurde, keinen Nachweis dafür, dass Patienten mit Normaldruckglaukom (NDG) einen niedrigeren intrakraniellen Druck aufweisen als gesunde Kontrollpersonen, und zwar weder stehend noch liegend. Die Autoren wollten die Hypothese überprüfen, wonach ein NDG durch eine erhöhte Druckdifferenz durch die Lamina cribrosa (LC) im Zusammenhang mit niedrigem intrakraniellen Druck (IKD) verursacht wird. In die prospektive Fallstudie wurden 13 NDG-Teilnehmer (9 Frauen, mittleres Alter 71 Jahre) für eine Untersuchung nach dem gleichen Protokoll wie 11 gesunde Freiwillige (8 Frauen, mittleres Alter 47 Jahre) einbezogen. Eine größere Kontrollgruppe (n = 51, 30 Frauen, durchschnittlich 68 Jahre alt) wurde rekrutiert, um lediglich den IKD im Liegen zu vergleichen. IKD und IOP wurde jeweils gleichzeitig auf dem Rücken liegend gemessen, sitzend und um 9 ° nach unten gekippt (Head-down Tilt, HDT). Die Druckdifferenz beidseitig der Lamina cribrosa (TLCPD) wurde unter Verwendung des IKD- und des IOP-Wertes berechnet, unter Berücksichtigung der geometrischen Abstände, welche anhand der Magnetresonanzbildgebung abgeschätzt wurden, um die hydrostatischen Effekte zu berücksichtigen. Es wurden keine Unterschiede bei IKD, IOP oder TLCPD auf dem Rücken liegend, sitzend oder in HDT (p ≥ 0,11) zwischen der NDG-Gruppe und den gesunden Probanden gefunden, mit Ausnahme des IOP in HDT (p = 0,04). Es zeigte sich keine Korrelation zwischen dem Gesichtsfeldausfall und TLCPD, IOP oder IKD sowie allen Körperpositionen (p ≥ 0,39). Der mittlere IKD auf dem Rücken liegend betrug 10,3 mmHg in der NDG-Gruppe (n = 13) und 11,3 mmHg in der großen Kontrollgruppe (n = 51) (p = 0,24). Das schwedische Team stellte keinen Unterschied beim IKD zwischen NDG-Patienten und einer gesunden Gruppe fest, unabhängig von einer liegenden oder stehenden Position. Sie konnten somit die Hypothese, dass ein NDG durch eine erhöhte TLCPD infolge eines niedrigen IKD verursacht wird, nicht bestätigen. (um)

Autoren: Lindén C, Qvarlander S, Jóhannesson G, Johansson E, Östlund F, Malm J, Eklund A. Korrespondenz: Christina Lindén, MD, PhD, Department of Clinical Sciences, Ophthalmology, Umeå University, SE-901 85 Umeå, Sweden. E-Mail: christina.linden@umu.se Studie: Normal-Tension Glaucoma Has Normal Intracranial Pressure: A Prospective Study of Intracranial Pressure and Intraocular Pressure in Different Body Positions. Quelle: Ophthalmology. 2018 Mar;125(3):361-368. doi: 10.1016/j.ophtha.2017.09.022. Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(17)32096-1/abstract

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