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Women’s Health Initiative: Geringere Gesamt- und spezifische Mortalität nach Kataraktoperation

 

CATARACT Los Angeles – mechentel news – Frühere Studien ließen einen Zusammenhang zwischen Kataraktoperation und verringertem allgemeinen Mortalitätsrisiko vermuten, möglicherweise bedingt durch einen verbesserten Gesundheitszustand und funktionelle Unabhängigkeit. Der Zusammenhang aber zwischen Kataraktoperation und ursachenspezifischer Mortalität wurde bislang noch nicht untersucht und ist nicht gut bekannt. Die Autoren um Victoria L. Tseng vom Center for Community Outreach and Policy am Stein Eye Institute der David Geffen School of Medicine, University of California, Los Angeles, USA, untersuchten den Zusammenhang zwischen Kataraktoperation und gesamter sowie ursachenspezifischer Mortalität bei älteren Frauen mit Katarakt. Die prospektive Kohortenstudie umfasste landesweite Daten, die im Rahmen der klinischen Studie Women’s Health Initiative (WHI) und einer Beobachtungsstudie in Verbindung mit der Datenbank der Medicare-Ansprüche erhoben wurden. Die Teilnehmer der vorliegenden Studie waren 65 Jahre oder älter und waren mit der Diagnose Katarakt in der Medicare-Datenbank gespeichert. Die WHI-Daten wurden vom 1. Januar 1993 bis zum 31. Dezember 2015 gesammelt. Für die vorliegende Studie wurden die Daten vom 1. Juli 2014 bis zum 1. September 2017 analysiert. Die Ergebnisdaten von Interesse umfassten die Gesamtmortalität und Mortalitäten, die auf vaskuläre, onkologische, unfallbedingten, neurologische, pulmonale und infektiöse Ursachen zurückzuführen waren. Die Mortalitätsraten wurden, bereinigt um demographische Merkmale, systemische und okuläre Komorbiditäten, Rauchen, Alkoholkonsum, Body-Mass-Index und körperliche Aktivität, mittels Log-Rank-Test und proportionalen Hazards-Regressionsmodellen nach Cox je nach Status der Kataraktchirurgie verglichen. Die insgesamt 74.044 Frauen mit Katarakt in der WHI enthielten 41.735 Frauen, die sich einer Kataraktoperation unterzogen. Das mittlere Alter betrug 70,5 Jahre; die häufigste ethnische Herkunft war Weiß (87,0%), gefolgt von Schwarz (7,1%) und Hispanisch (2,3%). Die Mortalitätsrate betrug in beiden Gruppen 2,56 pro 100 Personenjahre. In den Kovariaten-bereinigten Cox-Modellen war die Kataraktoperation assoziiert mit einer niedrigeren Gesamtmortalität (bereinigte Hazard Ratio 0,40) sowie einer geringeren Mortalität durch vaskuläre (0,42), onkologische (0,31), unfallbedingte (0,44), neurologische (0,43), pulmonale (0,63) und infektiöse (0,44) Erkrankungen. Die Autoren legen daher in der januar-Ausgabe 2018 des JAMA Ophthalmology dar, dass bei älteren Frauen mit Katarakt in der WHI die Kataraktoperation mit einem geringeren Risiko für die allgemeine und ursachenspezifische Mortalität assoziiert ist, obwohl unklar ist, ob diese Assoziation durch den kataraktchirurgischen Eingriff erklärt werden kann. Weitere Forschung über das Zusammenwirken von Kataraktoperation, systemischer Erkrankung und krankheitsbedingter Mortalität wäre nach Ansicht der Autoren von Interesse für eine verbesserte Patientenversorgung. (bs)

Autoren: Tseng VL, Chlebowski RT, Yu F, Cauley JA, Li W, Thomas F, Virnig BA, Coleman AL. Korrespondenz: Center for Community Outreach and Policy, Stein Eye Institute, David Geffen School of Medicine, UCLA (University of California, Los Angeles), USA. Studie: Association of Cataract Surgery With Mortality in Older Women: Findings from the Women’s Health Initiative. Quelle: JAMA Ophthalmol. 2018 Jan 1;136(1):3-10. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2017.4512. Web: https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2657478

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