Vergleich zwischen SW-OCTA und ETDRS-Grading anhand Farbfundusphotographie

MEDICAL RETINA Bern – mechentel news – An der Universitätsklinik für Augenheilkunde am Inselspital Bern, Schweiz, beschäftigten sich Karen B. Schaal et al. mit der Erkennung von vaskulären Anomalien bei diabetischer Retinopathie unter Verwendung von Swept-Source-Weitwinkel Optischen Kohärenztomographie-Angiographie-Bildern (SW-OCTA) und dem Vergleich der Befunde mit Farbfundusphotographien (CFPs) unter Anwendung des Early Treatment Diabetic Retinopathy Study-Gradings. Unter Verwendung eines 100-kHz-ss-OCTA-Gerätes wurden 3 mm × 3 mm und 12 mm × 12 mm Scans gewonnen, um 70° bis 80° des hinteren Pols abzudecken. Zwei maskierte Gutachter bewerteten das Vorhandensein von vaskulären Anomalien in den ss-OCTA-Aufnahmen und entsprechend der Early Treatment Diabetic Retinopathy Study-Einstufung in den CFP. Die Bewertungsergebnisse wurden dann verglichen. Insgesamt wurden 120 diabetische Augen (60 Patienten) mit dem ss-OCTA-Gerät untersucht. In der Kohorte 1 (91 Augen; nur ss-OCTA Grading) wurden Mikroaneurysmen in 91%, intraretinale mikrovaskuläre Anomalien in 79% und Neovaskularisation in 21% der Fälle festgestellt. Die Kohorte 2 (52 Augen; CFP-Grading im Vergleich zu ss-OCTA) zeigte Mikroaneurysmen bei CFP in 90% und im ss-OCTA in 96% der Fälle. Die Übereinstimmung bei der intraretinalen mikrovaskulären Anomalie-Erkennung war ausgeglichen (k = 0,2). Die Swept-Source Optische Kohärenztomographie-Angiographie zeigte 50% der intraretinalen mikrovaskulären Anomaliefälle, die bei der CFP übersehen wurden. Die Übereinstimmung in der Erkennung von Neovaskularisation war mässig (k = 0,5). Die Autoren halten in der elektronischen Vorabpublikation im November 2017 beim Fachjournal Retina fest, dass die Übereinstimmung in der Erkennung von diabetischen Retinopathie-Eigenschaften zwischen CFP und ss-OCTA in Abhängigkeit von den untersuchten Gefässveränderungen variiert. Dabei zeigt die Swept-Source Optische Kohärenztomographie-Angiographie eine höhere Erkennungsrate von intraretinalen mikrovaskulären Anomalien (p = 0,039) im Vergleich zum Early Treatment Diabetic Retinopathy Study Grading. (bs)

Autoren: Schaal KB, Munk MR, Wyssmueller I, Berger LE, Zinkernagel MS, Wolf S. Korrespondenz: Sebastian Wolf, MD, PhD, Department of Ophthalmology, Inselspital, Bern University Hospital, Freiburgstrasse 8, Bern 3010, Switzerland. E-Mail: sebastian.wolf@insel.ch Studie: VASCULAR ABNORMALITIES IN DIABETIC RETINOPATHY AssEssED WITH SWEPT-SOURCE OPTICAL COHERENCE TOMOGRAPHY ANGIOGRAPHY WIDEFIELD IMAGING. Quelle: Retina. 2017 Nov 10. doi: 10.1097/IAE.0000000000001938. [Epub ahead of print] Web: https://journals.lww.com/retinajournal/Abstract/publishahead/VASCULAR_ABNORMALITIES_IN_DIABETIC_RETINOPATHY.96708.aspx

26. Juni 2018