Vorschlag für neue internationale Klassifikation der Atrophie bei AMD auf Basis von OCT-Bildern

MEDICAL RETINA Los Angeles – mechentel news – Ziel der Arbeit des internationalen Expertenteams um Srinivas R. Sadda vom Doheny Eye Institute der David Geffen School of Medicine, University of California – Los Angeles, USA, war die Entwicklung einer konsentierten Terminologie und von Kriterien für die Definition einer Atrophie basierend auf OCT-Befunden im Rahmen der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Die Expertengruppe bestand aus Retina-Spezialisten, Experten aus den Bildauswertungszentren, Netzhauthistologen und Optik-Ingenieuren. Im Rahmen des CAM-Programms (Classification of Atrophy Meetings) sichtete eine internationale Expertengruppe die vorhandene Literatur, führte eine maskierte Analyse longitudinaler multimodaler Bildgebung für eine Reihe von Augen mit AMD durch und überprüfte die Ergebnisse dieser Analyse, um Aspekte der Übereinstimmung und der Uneinigkeit in der Bewertung festzustellen. Nach drei Sitzungen für Konsensus-Diskussionen innerhalb von 12 Monaten wurde ein auf OCT-Bildgebung beruhendes Klassifizierungssystem zur Feststellung einer Atrophie infolge einer AMD vorgeschlagen. Das OCT wurde als Referenzstandard oder Basis-Bildgebungsverfahren zur Diagnose und Stadieneinteilung einer Atrophie vorgeschlagen. Andere Methoden, einschliesslich Fundus-Autofluoreszenz, Nahinfrarot-Reflexion und Farbbildgebung, lieferten ergänzende und bestätigende Informationen. In Anbetracht der Tatsache, dass Photorezeptoratrophie ohne retinale Pigmentepithel(RPE)-Atrophie auftreten kann und dass eine Atrophie verschiedene Stadien durchlaufen kann, wurden 4 Begrifflichkeiten und histologische Korrelationen vorgeschlagen: komplette RPE und äussere Netzhautatrophie (cRORA), unvollständige RPE und äussere Netzhautatrophie, vollständige äussere Netzhautatrophie und unvollständige äussere Netzhautatrophie. Es wurden folgende spezifische OCT-Kriterien zur Diagnose von cRORA vorgeschlagen: (1) eine Hypertransmissionsregion von mindestens 250 μm im Durchmesser, (2) eine Zone der Verdünnung oder Störung des RPE von mindestens 250 μm im Durchmesser, (3) der Nachweis überlagernder Photorezeptordegeneration und (4) kein Nachweis einer Verschiebung des RPEs oder anderer Zeichen eines RPE-Risses. Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im November 2017 im Fachjournal Ophthalmology zusammen: Das Klassifizierungssystem und die Kriterien für die OCT-definierte Atrophie im Gefolge einer AMD wurden auf der Grundlage eines internationalen Konsenses vorgeschlagen. Diese Klassifikation stellt eine vollständigere Darstellung von Veränderungen dar, die bei AMD auftreten, als mit der Farbfundusfotographie allein nachgewiesen werden können. Längsschnittstudien sind erforderlich, um das mit diesen Begriffen verbundene implizite Risiko eines Sehverlustes zu validieren. Dieses System wird es ermöglichen, dass solche zukünftigen Studien unter Verwendung einheitlicher Definitionen durchgeführt werden. (bs)

Autoren: Sadda SR, Guymer R, Holz FG, Schmitz-Valckenberg S, Curcio CA, Bird AC, Blodi BA, Bottoni F, Chakravarthy U, Chew EY, Csaky K, Danis RP, Fleckenstein M, Freund KB, Grunwald J, Hoyng CB, Jaffe GJ, Liakopoulos S, Monés JM, Pauleikhoff D, Rosenfeld PJ, Sarraf D, Spaide RF, Tadayoni R, Tufail A, Wolf S, Staurenghi G. Korrespondenz: Srinivas R. Sadda, MD, Doheny Vision Research Center, Suite 211, 1355 San Pablo Street, Los Angeles, CA 90033, USA. E-Mail: ssadda@doheny.org Studie: Consensus Definition for Atrophy Associated with Age-Related Macular Degeneration on OCT: Classification of Atrophy Report 3. Quelle: Ophthalmology. 2017 Nov 2. pii: S0161-6420(17)31703-7. doi: 10.1016/j.ophtha.2017.09.028. [Epub ahead of print] Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(17)31703-7/abstract

26. Juni 2018