Docetaxel nicht besser als aktive Überwachung nach radikaler Prostatektomie

 

PROSTATE CANCER Lund/Malmö – mechentel news – Die Rolle der adjuvanten Chemotherapie nach radikaler Prostatektomie bei Prostatakrebs ist nicht eindeutig geklärt. Daher untersuchten Göran M. Ahlgren et al. vom Department of Urology der Lund University am Skåne University Hospital in Malmö, Schweden, in dieser offenen, randomisierten, multinationalen Phase-3-Studie 459 Patienten, die mit einer radikalen Prostatektomie behandelt wurden. Einschlusskriterien, der im Januar 2018 vorab elektronisch im Journal European Urology erschienenen Studie, waren hoch-Risiko pT2 mit positiven Schnitträndern oder pT3a mit Gleason-Score ≥4+3, pT3b oder Erkrankungen mit positivem Lymphknotenbefund und Gleason-Score ≥3+4. Die Patienten wurden entweder Arm A, sechs Zyklen adjuvantes Docetaxel 75 mg/m^2 alle drei Wochen ohne tägliches Prednison, oder Arm B, aktive Überwachung, zugewiesen. Primärer Endpunkt war die Prostata-spezifische Antigenprogression ≥0,5 ng/ml. Docetaxel ohne Hormontherapie hat das biochemische krankheitsfreie Überleben nach radikaler Prostatektomie nicht signifikant verbessert. Insgesamt wurden 116 schwerwiegende Nebenwirkungen im Docetaxel-Arm und 41 im aktiven Überwachungsarm registriert. (mm/ut)

Autoren: Ahlgren GM, Flodgren P, Tammela TLJ, Kellokumpu-Lehtinen P, Borre M, Angelsen A, Iversen JR, Sverrisdottir A, Jonsson E, Sengelov L; Investigators of the Scandinavian Prostate Cancer Study Number 12. Korrespondenz: Göran M. Ahlgren, Department of Urology, Lund University, Skåne University Hospital, Jan Waldenströms gata 5, 205 02 Malmö, Sweden. E-Mail: goran.ahlgren@med.lu.se. Studie: Docetaxel Versus Surveillance After Radical Prostatectomy for High-risk Prostate Cancer: Results from the Prospective Randomised, Open-label Phase 3 Scandinavian Prostate Cancer Group 12 Trial. Quelle: Eur Urol. 2018 Jan 27. pii: S0302-2838(18)30021-6. doi: 10.1016/j.eururo.2018.01.012. [Epub ahead of print] Web: https://www.europeanurology.com/article/S0302-2838(18)30021-6/fulltext

KOMMENTAR

Die Autoren bewerteten die Wirkung der adjuvanten Chemotherapie mit Docetaxel nach radikaler Prostatektomie bei Patienten mit hohem Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung. Sie fanden keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Behandlung mit Docetaxel und dem Risiko eines biochemischen Wiederauftretens nach einer Operation. In Anbetracht dieser Ergebnisse scheint es nicht gerechtfertigt, Docetaxel in der adjuvanten Behandlung nach radikaler Prostatektomie zu verwenden.(mm)

Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Klinik für Urologie, Kantonsspital Luzern

30. Juni 2018