Neuromodulation und Botox A verbessern Symptome der Dranginkontinenz

 

URINARY INCONTINENCE Durham – mechentel news – Dranginkontinenz ist eine chronische Erkrankung, die die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt. Die Behandlungsvorschläge sind geprägt durch Medikamente und Verhaltenstherapien inklusive Beckenbodenmuskeltraining, die jedoch eine konsequente Einhaltung erfordern und dennoch im Laufe der Zeit an Wirkung einbüßen. Sakrale Neuromodulation und intramuskuläre Injektion von Onabotulinumtoxin A (BTX) in den M. detrusor gelten als Therapien der dritten Linie, die zunehmend eingesetzt werden. Diese Therapien sind jedoch nur teilweise erprobt. Um den Mangel an Daten zu überwinden, testeten die Wissenschaftler um Cindy L. Amundsen vom Department of Obstetrics and Gynecology an der Duke University in Durham, North Carolina, USA, in einer randomisierten prospektiven Studie zwei Jahre lang die Ergebnisse der sakralen Neuromodulation im Vergleich zu Onabotulinumtoxin A. Die Patientendaten von 386 Frauen wurden zwischen 2012 und 2016 in neun medizinischen Zentren in den USA zusammengetragen. Das primäre Ergebnis war die Bewertung einer Veränderung der Dringlichkeit der Harninkontinenz über 24 Monate. Die Autoren, der im Februar 2018 vorab elektronisch im Journal European Urology veröffentlichten Studie, berichteten, dass beide Therapien eine ähnliche Erfolgsrate bei der Reduzierung der Dranginkontinenz-Symptome mit nur geringen Nebenwirkungen hatten. Frauen in der BTX-Gruppe waren insgesamt zufriedener und erhielten auch eine bessere Unterstützung während ihrer Behandlung, jedoch traten unter ihnen vermehrt Harnwegsinfektionen während der Behandlung auf. (mm/ut)

Autoren: Amundsen CL, Komesu YM, Chermansky C, Gregory WT, Myers DL, Honeycutt EF, Vasavada SP, Nguyen JN, Wilson TS, Harvie HS, Wallace D; Pelvic Floor Disorders Network. Korrespondenz: Cindy L. Amundsen, Department of Obstetrics and Gynecology, Duke University, 5324 McFarland Drive, Suite 310, Durham, North Carolina, USA. E-Mail: cindy.amundsen@duke.edu. Studie: Two-Year Outcomes of Sacral Neuromodulation Versus OnabotulinumtoxinA for Refractory Urgency Urinary Incontinence: A Randomized Trial. Quelle: Eur Urol. 2018 Feb 23. pii: S0302-2838(18)30118-0. doi: 10.1016/j.eururo.2018.02.011. [Epub ahead of print] Web: https://www.europeanurology.com/article/S0302-2838(18)30118-0/fulltext

KOMMENTAR

Die Autoren dieser Studie berichteten von hervorragenden Ergebnissen bei der Verbesserung der Symptome der Dranginkontinenz sowohl bei Botox A als auch bei der Neuromodulation. Allerdings gibt es Unterschiede in Bezug auf die Zufriedenheit der Patienten und auch einige Komplikationen traten auf, wie z. B. Harnwegsinfektionen. Auf Grundlage dieser Studie sollten die Ergebnisse mit den Kandidaten für diese Therapieoptionen diskutiert werden, um den Patienten die bestmögliche Therapie anbieten zu können. (mm)

Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Klinik für Urologie, Kantonsspital Luzern

30. Juni 2018