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Ureterorenoskope und ökologischer Fussabdruck

 

ENDOUROLOGY Melbourne – mechentel news – Diese unkonventionelle Studie von Niall Davis und Team aus dem Department of Urology am Austin Hospital in Melbourne, Australien, hat den ökologischen Fussabdruck der single-use Ureterorenoskope (sURS) gegenüber den multi-use Ureterorenoskope (mURS) verglichen. Als Vergleichspaar wurde LithovueTM (Boston Scientific) gegenüber dem Olympus Flexible Video Ureteroscope (URV-F) verglichen. Die Autoren sammelten Daten über die Herstellung, Wartung und Reparatur und auch Entsorgung der jeweiligen Instrumente und berechneten somit den CO2 Ausstoß in Kilogramm. Es wurde berechnet, dass pro Kilogramm flexibles URS 11,49 kg C02 anfällt. Es zeigte sich, dass LithovueTM mit 0,3kg wesentlich leichter ist im Vergleich zum URV-F mit 1,0kg. Somit fallen, nach dem Fazit der Forscher, publiziert in der März-Ausgabe des Fachjournals Journal Of Endourology, pro Produktionsschritt weniger Materialien an und führt zu einem geringeren CO2 Ausstoß. Berechnet man die Möglichkeit der Wiederverwertung des URV-F ein, relativiert sich dieser CO2 Vorteil jedoch wieder. Bereinigt auf die gesamten einfließenden Prozesse in jedem Lebenszyklus zeigte sich, dass der totale CO2 Fußabdruck bei LithovueTM bei 4,43kg liegt und bei URV-F bei 4,47kg. (cw/um)

Autoren: Davis NF1, McGrath S1, Quinlan M1, Jack G1, Lawrentschuk N1, Bolton DM1., Korrespondenz: Department of Urology, Austin Hospital , Melbourne, Australia, Studie: Carbon Footprint in Flexible Ureteroscopy: A Comparative Study on the Environmental Impact of Reusable and Single-Use Ureteroscopes., Quelle: J Endourol. 2018 Mar;32(3):214-217. doi: 10.1089/end.2018.0001. Epub 2018 Feb 21., Web: https://www.researchgate.net/publication/322740383_Carbon_Footprint_in_Flexible_Ureteroscopy_A_Comparative_Study_on_the_Environmental_Impact_of_Reusable_and_Single-Use_Ureteroscopes

Kommentar

Überraschenderweise zeigte sich bezüglich CO2 Belastung kein schlechteres Abschneiden der sURS gegenüber dem mURS, was hauptsächlich am geringen Gewicht der sURS liegt. Zudem fielen überraschend hohe CO2 Lasten der mURS auf, wenn man den Wartungs/Sterilisations/Reparaturfaktor miteinberechnet. Schlussendlich bleiben beide Varianten jedoch aus ökologischer Sicht Kopf an Kopf. Diese Studie hat jedoch nur zwei exemplarische Geräte miteinander verglichen und kann keine Antwort darüber liefern, ob es grössere Unterschiede bei anderen Herstellern gäbe. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Klinik für Urologie, Kantonsspital Luzern.

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