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Hinweise auf Verbesserung der Harnfunktion nach Prostatakarzinom-Therapie durch diätetische Massnahmen

PROSTATE San Francisco – mechentel news – Die Auswirkungen einer Diät auf Krebserkrankungen wird zunehmend untersucht. Es existieren jedoch nur spärliche Daten bezüglich der Wiederherstellung funktioneller Endpunkte nach einer Tumorbehandlung auf der Basis der Einhaltung diätetischer Regeln. Männer mit Prostatakrebs, die mit radikaler Prostatektomie oder externer Strahlentherapie behandelt werden, erleben oft nach der Behandlung urologische und sexuelle Störungen. Scott R. Bauer aus dem Department of General Internal Medicine an der University of California in San Francisco, USA, und Kollegen werten in dieser Studie Daten von 2.960 Probanden aus dem Zeitraum 1986 bis 2012 aus, die alle 4 Jahre einen validierten Ernährungsfragebogen ausfüllten und bei denen in 2010 oder 2012 eine gesundheitsbezogene Bewertung der Lebensqualität durchführt worden war. Die Einhaltung diätetischer Regeln vor der Diagnose des Prostatakarzinoms schien nicht mit der Erholung der urologischen oder sexuellen Funktionen nach der Prostata-Krebsbehandlung assoziiert zu sein. Allerdings könnte eine höherer Gemüsekonsum und eine geringere Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fetten nach der Prostatakrebsdiagnose mit einer besseren Harnfunktion assoziiert sein, wie die Autoren in der Februar-Ausgabe 2018 des Fachjournals Prostate schreiben. Limitationen der Studie stellen in die Studie eingeschlossenen Patienten dar, eine grosse prospektive Studie sei erforderlich, um die Auswirkungen einer Diät auf die funktionellen Ergebnisse nach Krebstherapie zu bewerten. (mm/bs)

Autoren: Bauer SR, Van Blarigan EL, Stampfer MJ, Chan JM, Kenfield SA. Korrespondenz: Scott R. Bauer, UCSF, Division of General Internal Medicine, 1545 Divisadero Street, San Francisco, CA 94143, USA. E-Mail: scott.bauer@ucsf.edu Studie: Mediterranean diet after prostate cancer diagnosis and urinary and sexual functioning: The health professionals follow-up study. Quelle: Prostate. 2018 Feb;78(3):202-212. doi: 10.1002/pros.23457. Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/pros.23457

Kommentar Die diätetische Nahrungsaufnahme scheint nur bei Patienten mit bereits vorbestehenden Harnwegssymptomen vor der Operation mit Unterschieden bei den Symptomen und der Kontinenzwiederherstellung verbunden zu sein. Eine Diät mit hoher Gemüseaufnahme und niedrigerem Verzehr mehrfach ungesättigten Fetts scheint ein guter Vorschlag zu sein, aber im Zusammenhang mit Prostatakrebs sind mehr Daten erforderlich, um einen kausalen Zusammenhang herzustellen. (mm/bs)

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Klinik für Urologie, LUKS

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