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Prognosefaktoren bei biochemischem Rezidiv nach radikaler Prostatektomie

PROSTATE Hamburg – mechentel news – Bei 8 bis 30% der Patienten nach radikaler Prostatektomie (RP) tritt ein biochemisches Rezidiv (BCR) auf. Allerdings sterben nicht alle Patienten mit einem BCR an ihrer Krankheit. Raisa S. Pompe et al. aus der Martini-Klinik, dem Prostatakrebszentrum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutschland, analysierten in dieser Studie 5.509 Patienten, die zwischen 1992 und 2006 in ihrem Zentrum mit einer RP und Lymphknotendissektion bei lokalisiertem Prostatakarzinom behandelt wurden. Bei einem mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 121 Monaten und einem BCR definiert als ein PSA-Level gleich oder über 0,2 ng/ml, wurden 1.321 Patienten mit BCR während des Follow-ups gefunden. Bei diesen kam es jedoch nur bei 13,4% und 9,5% zu einer metastatischen Progression bzw. zum Tod aufgrund des Prostatakarzinoms. In ihren Analysen beobachteten die Autoren, dass ein höherer Gleason-Score bei der RP und eine rasche PSA-Verdopplungszeit Prädiktoren für ein höheres Risiko der Patienten waren, an Prostatakrebs zu sterben. Darüber hinaus stellten sie fest, dass die Zeitspanne zwischen RP und BCR einen weiteren unabhängigen Bezug zum Risiko der Mortalität durch Prostatakrebs aufwies. Wie die Autoren in der Juni-Ausgabe 2018 des Fachjounals Prostate mitteilen, sind insbesondere Patienten mit einer BCR innerhalb der ersten 12 Monate nach RP diejenigen, die unter dem aggressivsten Phänotyp in Bezug auf das Fortschreiten zur metastatischen Progression oder krebsspezifischen Mortalität leiden. (mm/bs)

Autoren: Pompe RS, Gild P, Karakiewicz PI, Bock LP, Schlomm T, Steuber T, Graefen M, Huland H, Tian Z, Tilki D. Korrespondenz: Derya Tilki, MD, Martini‐Klinik Prostate Cancer Center, Martinistrasse 52, 20246 Hamburg, Germany. E-Mail: d.tilki@uke.de Studie: Long-term cancer control outcomes in patients with biochemical recurrence and the impact of time from radical prostatectomy to biochemical recurrence. Quelle: Prostate. 2018 Jun;78(9):676-681. doi: 10.1002/pros.23511. Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/pros.23511

Kommentar Nur wenige Patienten, die nach radikaler Prostatektomie ein biochemisches Rezidiv erleiden, entwickeln Metastasen oder sterben an Prostatakrebs. Wie jedoch diese Patienten individuell erkannt werden können, ist noch nicht klar. Die Autoren dieser Single-Center-Studie verwenden ihre Daten, um ein Modell zur Vorhersage von Patienten mit einem hohen Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, zu erstellen. Diese Ergebnisse können Ärzten helfen, Follow-up-Schemata zu personalisieren und bei Patienten mit der aggressivsten Erkrankung auch einen aggressiveren therapeutischen Ansatz anzuwenden. (mm/bs)

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Klinik für Urologie, LUKS

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