Fachverlag und Nachrichtenagentur

PSA-Tests nach radikaler Prostatektomie – Können wir nach 20 Jahren aufhören?

PROSTATE CANCER Baltimore – mechentel news – Für viele Urologen stellt sich häufig die Frage, ab welchem Zeitpunkt nach einer radikalen Prostatektomie eine PSA-Nachkontrolle noch sinnvoll ist. Die Studiengruppe um Wesley W. Ludwig vom The James Buchanan Brady Urological Institute and Department of Urology an der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, Maryland, hat die klinischen Charakteristika und Langzeit-Outcomes von 16.720 Männern untersucht, die eine radikale Prostatektomie erhielten. Von diesen Patienten haben 2699 Patienten ein biochemisches Rezidiv erlitten. Darunter waren 732 im followup über 20 Jahre. Das Fazit der Original-Studie, erschienen in der Januar-Ausgabe des Fachjournals The Journal Of Urology konnte zeigen, dass die PSA-Höhe zum Zeitpunkt der radikalen Prostatektomie, ein höheres klinisches und pathologisches Stadium und positive Absetzungsrändern positive Prädiktoren für ein biochemisches Rezidiv sind. Je später das biochemische Rezidiv auftritt, desto vorteilhafter wirkt sich dies auf das Überleben aus. Bei Patienten ohne PSA-Rezidiv nach 20 Jahren zeigte sich anschliessend ein biochemisches Rezidiv bei 17 (2.3%) sowie einen Patienten mit Metastasierung. Kein Patient im followup über 20 Jahren starb aufgrund des Rezidives. (cw/um)

Autoren: Ludwig WW1, Feng Z2, Trock BJ2, Humphreys E2, Walsh PC2., Korrespondenz: 1 The James Buchanan Brady Urological Institute and Department of Urology, Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, Maryland. Electronic address: wludwig1@jhmi.edu., 2 The James Buchanan Brady Urological Institute and Department of Urology, Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, Maryland., Studie: Prostate Specific Antigen Testing after Radical Prostatectomy-Can We Stop at 20 Years?, Quelle: J Urol. 2018 Jan;199(1):114-119. doi: 10.1016/j.juro.2017.08.041. Epub 2017 Aug 14., Web: https://www.jurology.com/article/S0022-5347(17)77319-3/fulltext

Kommentar Je später ein biochemisches Rezidiv auftritt, desto weniger Auswirkungen hat es. Nach 20 Jahren Nachbeobachtung kann aufgrund der sehr guten Outcomes in dieser grossen Studienkohorte daher die PSA-Kontrolle beendet werden. Dabei muss jedoch gesagt sein, dass diese Patienten aufgrund des fortschreitenden Alters im Rahmen des followup jedoch ohnehin zwangsläufig in eine Kategorie fallen werden, wo die PSA-Nachkontrolle nur mehr sporadisch, wenn überhaupt, durchgeführt würde. Urologen können jedoch aufgrund dieser Daten in Zukunft die Notwendigkeit einer dauerhaften PSA-Kontrolle viele Jahre nach der Operation noch besser hinterfragen. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Klinik für Urologie, LUKS

© 2019 -  mechentel medizin
Fachverlag und Nachrichtenagentur