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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Überlebensvorteil durch pelvine Lymphadenektomie bei nicht-metastasiertem Prostata-Ca

PROSTATE Hamburg – mechentel news – Die pelvine Lymphadenektomie während der radikalen Prostatektomie ist ein wichtiger Teil des Verfahrens bei Karzinompatienten mit mittlerem und hohem Risiko. Trotz der gut bekannten diagnostischen Rolle gibt es nur wenige Daten über die Auswirkungen auf das Überleben. Das internationale Autorenteam dieses interessanten Artikels um Felix Preisser aus der Martini-Klinik, dem Prostatakrebszentrum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutschland, analysierten die Daten der Surveillance, Epidemiology and End results (SEER)-Datenbank, in der die Angaben zu amerikanischen Patienten aus einer Versicherungsdatenbank zwischen 2004 und 2014 gesammelt wurden. In diesem Zeitraum wurden 28.247 Patienten mit radikaler Prostatektomie und pelviner Lymphknotendissektion erfasst, bei denen keine Lymphknotenmetastasen diagnostiziert wurden. Bei den Überlebensanalysen ergab sich, dass Patienten, die von einer höheren Anzahl entfernter Lymphknoten profitierten, diejenigen sind, die längere Überlebenszeiten aufwiesen. Darüber hinaus stellten sie fest, dass ein Cut-off von 11 entfernten Knoten die Anzahl ist, die mit einem erhöhten Überlebensvorteil assoziiert ist. Grenzen dieser in der Mai-Ausgabe 2018 des Fachjournals Prostate veröffentlichten Studie ergeben sich aus der Tatsache, dass die Autoren nur die Anzahl der Knoten und nicht die Verzweigungsstruktur der entfernten Lymphknoten analysierten. (mm/bs)
Autoren: Preisser F, Bandini M, Marchioni M, Nazzani S, Tian Z, Pompe RS, Fossati N, Briganti A, Saad F, Shariat SF, Heinzer H, Huland H, Graefen M, Tilki D, Karakiewicz PI. Korrespondenz: Felix Preisser, MD, Martini‐Klinik Prostate Cancer Center, University Hospital Hamburg‐Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, Germany. E-Mail: felixpreisser@gmx.de Studie: Extent of lymph node dissection improves survival in prostate cancer patients treated with radical prostatectomy without lymph node invasion. Quelle: Prostate. 2018 May;78(6):469-475. doi: 10.1002/pros.23491. Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/pros.23491

Kommentar In diesem interessanten Artikel unterstützen Autoren die Rolle der Lymphknotendissektion während der radikalen Prostatektomie. Die Autoren analysieren diesen Effekt bei Patienten ohne Lymphknotenmetastasen und stellen fest, dass Patienten mit einer knoten-negativen Erkrankung und mehr entfernten Knoten verbesserte Überlebensergebnisse aufweisen, wenn sie mit denen verglichen werden, bei denen weniger Knoten entfernt wurden. Dieser Effekt könnte indirekt mit der verbesserten Stadieneinteilung im Zusammenhang mit einer ausgedehnten Lymphknotendissektion zusammenhängen und muss in einer prospektiven Studie validiert werden.

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Klinik für Urologie, LUKS