Methoden zur Risikoabschätzung für das Auftreten einer Uveitis bei Juveniler Idiopathischer Arthritis

UVEITIS Berlin – mechentel news – Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Analyse des prognostischen Werts von demographischen, klinischen und therapeutischen Faktoren sowie von Labor-Biomarkern und der Beurteilung ihrer Rolle bei der Vorhersage des Auftretens von Uveitis bei Patienten mit Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA). Die Autoren aus Deutschland und der Schweiz um Christoph Tappeiner aus dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum, einem Institut der Leibniz-Gesellschaft in Berlin, Deutschland, schlossen Patienten mit JIA innerhalb des ersten Jahres nach der JIA-Diagnose in die Studie ein. Demographische und klinische Parameter wurden dokumentiert. Serumproben wurden bei Studienbeginn, bei Untersuchungen alle drei Monate innerhalb des ersten Jahres und dann 6-monatlich untersucht. Eine multivariable Cox-Regressionsanalyse wurde durchgeführt, um die Auswirkungen von demographischen, klinischen, Labor- und therapeutischen Parametern auf den Beginn der Uveitis zu untersuchen. Insgesamt wurden 954 JIA-Patienten eingeschlossen (67,2% weiblich, 54,2% ANA-positiv, Durchschnittsalter bei JIA-Beginn 7,1 Jahre). Eine Uveitis trat bei 133 Patienten auf (Beobachtungszeitraum 3,5 Jahre). Junges Alter bei JIA-Beginn und ANA-Positivität waren signifikant mit dem Auftreten einer Uveitis assoziiert (jeweils p < 0,001). Die Behandlung der Arthritis mit Methotrexat allein (p < 0,001) oder kombiniert mit Etanercept (p < 0,001) oder Adalimumab (p = 0,014) reduzierte das Risiko für das Auftreten einer Uveitis und für das Auftreten von Uveitis-Komplikationen. Prädiktoren für den Beginn einer Uveitis waren eine erhöhte Erythrozytensedimentationsrate zu Studienbeginn (p = 0,002) und eine anhaltende moderate oder hochaktive Erkrankung im weiteren Verlauf (klinischer Juvenile Arthritis Disease Activity Score, p < 0,001). Nach Ansicht der Autoren in der elektronischen Vorabpublikation im Mai 2018 beim Fachjournal Arthritis & Rheumatology könnten neben demografischen Risikofaktoren und Behandlungsmodalitäten JIA-Scores der Krankheitsaktivität und Labor-Biomarker verwendet werden, um die Gruppe der JIA-Patienten mit hohem Risiko für den Beginn der Uveitis besser festlegen zu können. (bs)

Autoren: Tappeiner C, Klotsche J, Sengler C, Niewerth M, Liedmann I, Walscheid K, Lavric M, Foell D, Minden K, Heiligenhaus A. Korrespondenz: Christoph Tappeiner, MD, FEBO, Department of Ophthalmology, Inselspital, Bern University Hospital, 3010 Bern, Switzerland E-Mail: christoph.tappeiner@insel.ch Studie: Risk factors and biomarkers for the occurrence of uveitis in JIA: Data from the Inception Cohort of Newly diagnosed patients with Juvenile Idiopathic Arthritis (ICON‐JIA) study. Quelle: Arthritis Rheumatol. 2018 May 6. doi: 10.1002/art.40544. [Epub ahead of print] Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/art.40544

24. September 2018