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OCT-Angiographie bei akuter Makula-Neuroretinopathie

MEDICAL RETINA Mailand – mechentel news – Die Arbeit von Giuseppe Casalino aus der Ophthalmologischen Abteilung am Scientific Institute San Raffaele der Vita-Salute University in Mailand, Italien, zusammen mit Kollegen aus Italien und der Schweiz hatte zum Ziel, die Optische Kohärenztomographie-Angiographie (OCT-A) bei Patienten mit akuter Makula-Neuroretinopathie (AMN) zu beschreiben. In einer prospektiven, beobachtenden Querschnittsstudie wurde bei allen Patienten eine multimodale Bildgebung einschliesslich Spektral-Domänen-OCT (Spectralis HRA + OCT; Heidelberg Engineering, Heidelberg, Deutschland) und 6 × 6 mm Swept-Source-OCT-A (ZEIss PLEX Elite 9000; ZEIss, Dublin, Kalifornien) durchgeführt. Primärer Endpunkt war die Beurteilung der vaskulären Veränderungen der oberflächlichen (SCP) und tiefen (DCP) Kapillarplexus und der Choriokapillaris (CC). Die AMN-Läsionen wurden unter Verwendung von OCT-Oberflächenbildern von retinalen Pigmentepithel-Komplexen der Photorezeptoren abgegrenzt, um intraläsionale und extraläsionale Regionen auf den OCT-A-Oberflächensegmenten der DCP- und CC-Rekonstruktionen unterscheiden zu können. Jedes OCT-A-Segment wurde in ImageJ V.1.50 importiert und für quantitative Analysen digital binarisiert. Insgesamt wurden sieben Patienten (durchschnittliches Alter 19,4 Jahre, sechs Frauen), die von AMN betroffen waren, eingeschlossen. Die mittlere bestkorrigierte Sehschärfe betrug 0,00 Logarithmus des minimalen Auflösungswinkels. Zwölf gesunde, gleichaltrige Probanden (Durchschnittsalter 22 Jahre, 10 Frauen) repräsentierten die Kontrollgruppe. Die quantitative Analyse der allgemeinen Gefässdichten zeigte, dass die CC-Gefässdichte bei Patienten mit AMN (0,495) im Vergleich zu den altersentsprechenden Kontrollen (0,545) signifikant niedriger war (korrigiertes p = 0,0003). Die intraläsionale Gefässdichte des DCP betrug 0,349 bei AMN gegenüber 0,497 bei den Kontrollen (korrigierte p = 0,0002). Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im Mai 2018 beim British Journal of Ophthalmology zusammen, dass ihre Studie die vaskuläre Leere der inneren Aderhaut als möglichen pathogenetischen Mechanismus von AMN bestätigte, zudem ergab sich eine fokale Beeinträchtigung des DCP innerhalb der AMN-Läsionen. Weitere Studien seien notwendig, um zu klären, wo die primäre Lokalisation des vaskulären Versagens unter diesen Bedingungen liege. (bs)

Autoren: Casalino G, Arrigo A, Romano F, Munk MR, Bandello F, Parodi MB. Korrespondenz: Dr Giuseppe Casalino, Department of Ophthalmology, Ospedale San Raffaele, Milan 20132, Italy. E-Mail: peppecasalino@gmail.com Studie: Acute macular neuroretinopathy: pathogenetic insights from optical coherence tomography angiography. Quelle: Br J Ophthalmol. 2018 May 29. pii: bjophthalmol-2018-312197. doi: 10.1136/bjophthalmol-2018-312197. [Epub ahead of print] Web: https://bjo.bmj.com/content/early/2018/05/29/bjophthalmol-2018-312197.long

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