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Zentrales 10°-Gesichtsfeld nach nicht-penetrierender tiefer Sklerektomie bei schwerem und Endstadium

GLAUCOMA Paris – mechentel news – Um über die Auswirkungen der nicht-penetrierenden tiefen Sklerektomie (NPDS) bei schweren und End-Stadium-Glaukom-Behandlungen auf die Entwicklung des zentralen 10°-Gesichtsfeldes (mittlere Abweichung, vier zentrale Testpunkte, foveale Schwelle) zu berichten und um das Risiko eines plötzlichen Sehverlustes zu beurteilen, führten die Forscher um Igor Leleu vom Centre Hospitalier National d‘Ophtalmologie des Quinze-Vingts in Paris, Frankreich, eine monozentrische Datenbank-Studie durch. Dazu wurden die Daten von 34 Augen mit schwerem oder Glaukom im Endstadium, die einer NPDS zwischen 2009 und 2015 in diesem Zentrum unterzogen worden waren, überprüft. Schwere und Endstadium-Glaukome wurden gemäß des Bascom Palmer Modified Glaucoma Staging Systems klassifiziert. Alle Augen hatten ein eingeschränktes Gesichtsfeld <10° (schwere Schädigung entsprechend Humphrey Visual Field Analyser (HVFA) 10-2). Die Gesichtsfelder wurden alle 6 Monate nach dem Eingriff bestimmt. Für die statistische Analyse wurden die Daten aus der letzten aufgezeichneten Untersuchung verwendet. Die mittlere Nachbeobachtungsdauer betrug 29 Monate. 33 Augen (97%) wurden über mehr als 1 Jahr nachbeobachtet. Die Forscher fanden keine Fälle von postoperativem plötzlichen Sehverlust. Der durchschnittliche intraokulare Druck (IOP) sank von 21,9 auf 15,0 mmHg (p <0,001). Achtundzwanzig Augen (82%) hatten einen IOP <21 mmHg und 19 (56%) einen IOP <16 mmHg. Die MD 10-2 blieb stabil (- 19,8 auf – 19,4 dB; nicht signifikante Verbesserung von + 0,4 dB, p = 0,1). Die MD 10-2 Steigung zeigte eine unbedeutende Verbesserung von + 0,25 dB pro Jahr (dB/y) (p = 0,1), aber diese Steigung war signifikant besser, wenn der IOP bei der letzten Untersuchung auf <16 mmHg reduziert worden war als wenn er bei ≥ 16 mmHg lag (+ 0,84 gegenüber – 0,48 dB/y; p = 0,05). Die mittlere Anzahl der vier zentralen Testpunkte mit einer Empfindlichkeit von ≤ 5 dB und die Änderung der mittleren Empfindlichkeit der vier zentralen Testpunkte blieben stabil. Es gab keine signifikanten Veränderungen der VFI (von 25,4% auf 25,8%) und der fovealen Schwelle. Durch NPDS scheint eine Stabilität des zentralen 10°-Gesichtsfeldes erreichbar (mit einem, allerdings nicht signifikanten Trend zur Verbesserung), ohne Auslösung eines „wipe out“-Phänomens und mit wenigen anderen Komplikationen. Eine NPDS im Endstadium und beim schwerem Glaukom ist laut des Fazits der Studie, die im Original in der August-Ausgabe 2018 des Fachjournals Graefes Archiv Of Clinical And Experimental Ophthalmology erschienen ist, in Betracht zu ziehen, da sie ein geringes Komplikationsrisiko und eine erhebliche IOP-Reduktion bei einer relativen Stabilität des zentralen Gesichtsfeldes aufweist. (um)

Autoren : Leleu I1, Penaud B2, Blumen-Ohana E2, Rodallec T2, Adam R2, Laplace O2, Akesbi J2, Nordmann JP2. , Korrespondenz : Centre Hospitalier National d‘Ophtalmologie des XV-XX, Service du Pr. NORDMANN, 28 rue de Charenton, 75012, Paris, France. leleu.igor@gmail.com. 2 Centre Hospitalier National d‘Ophtalmologie des XV-XX, Service du Pr. NORDMANN, 28 rue de Charenton, 75012, Paris, France. , Studie : Central 10-degree visual field change following non-penetrating deep sclerectomy in severe and end-stage glaucoma: preliminary results., Quelle : Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2018 Aug;256(8):1489-1498. doi: 10.1007/s00417-018-4025-6. Epub 2018 Jun 3. , Web : https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-018-4025-6

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