AREDS2 Report Number 16: Faktoren der Progression von geographischer Atrophie bei AMD

MEDICAL RETINA Bethesda – mechentel news – Die Age-Related Eye Disease Study 2 (AREDS2)Group veröffentlichte unter Federführung von Tiarnan D. Keenan aus der Division of Epidemiology and Clinical Applications am National Eye Institute in Bethesda im Bundesstaat Maryland, USA und weiterer Kollegen den AREDS2 Report Number 16. Er beschäftigt sich mit der Analyse von Prävalenz, Inzidenz und klinischer Merkmale von Augen mit geographischer Atrophie (GA) bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD), einschliesslich klinischer und genetischer Faktoren, die die Vergrösserung beeinflussen. Es handelt sich um eine prospektive Kohortenstudie im Rahmen einer kontrollierten klinischen Studie, eingeschlossen wurden Teilnehmer der AREDS2 im Alter von 50 bis 85 Jahren. Zum Ausgangszeitpunkt und im Folgenden jährlich erhobene stereoskopische Farbfundusfotos wurden hinsichtlich GA-Präsenz und -fläche ausgewertet. Die Analysen umfassten GA-Prävalenz- und -Inzidenzraten, Kaplan-Meier-Raten, gemischte Regressionsmodelle und multivariable Analyse der Quadratwurzel der GA-Fläche, bereinigt um Kovariaten und einschliesslich klinischer/bildgebender Merkmale und Genotypen. Hauptzielparameter waren erstens das Vorhandensein oder die Entwicklung einer GA und zweitens die Änderung der Quadratwurzel des GA-Areals im Laufe der Zeit. Zu Studienbeginn wiesen 517 Augen (6,2%) von 411 Teilnehmern (9,8%) eine vorbestehende GA (ohne neovaskuläre AMD) mit den Eigenschaften zentral (33%) und nicht zentral (67%) sowie den folgenden Konfigurationen auf: 36% klein, 26% solide/unifokal, 24% multifokal, 9% Hufeisen/Ring und 6% unbestimmt. Von den verbleibenden 6.530 gefährdeten Augen entwickelten 1.099 Augen (17,3%) von 883 Teilnehmern während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 4,4 Jahren eine GA ohne vorherige neovaskuläre Erkrankung. Die Kaplan-Meier-Rate des GA-Eintritts lag nach 5 Jahren bei 19% der Augen. Bei Augen mit Entwicklung einer GA betrug das 4-Jahres-Risiko einer nachfolgenden neovaskulären AMD 29%. Bei Augen mit nicht-zentralem GA-Eintritt betrug das 4-jährige Risiko einer zentralen Beteiligung 57%. Die Ausdehnungsrate der GA (entsprechend der Transformation der Quadratwurzel) war bei Augen mit vorbestehender GA (0,29 mm/Jahr) und neu auftretender GA (0,28 mm/Jahr) ähnlich. In der kombinierten Gruppe war die GA-Vergrösserung bei Nicht-Zentralität, Multifokalität, mittlerer Grösse zum Ausgangszeitpunkt und bilateraler GA (jeweils < 0,0001 bezüglich der Interaktion) signifikant schneller, nicht jedoch bei AREDS2-Behandlung (p = 0,33) oder Rauchen (p = 0,05). Die Ausdehnung erfolgte signifikant schneller bei den Genotypen ARMS2 risk (p < 0,0001), C3 non-risk (p = 0,0002) und APOE non-risk (p = 0,001). Die Autoren kommen in der elektronischen Vorabpublikation im Juli 2018 im Fachjournal Ophthalmology zu folgendem Fazit: Analysen der AREDS2-Daten zur natürlichen Entwicklung einer GA liefern repräsentative Daten zur Weiterentwicklung und Vergrösserung der GA. Die durch Läsionsmerkmale beeinflusste GA-Vergrösserung war unaufhaltsam, was zu einem schnellen Verlust der zentralen Sehkraft führte. Die genetischen Varianten, die mit einer schnelleren Vergrösserung assoziiert sind, unterschieden sich teilweise von denen, die mit dem Risiko des Auftretens von GA verbunden waren. Diese Ergebnisse seien für weitere Untersuchungen der GA-Pathogenese und für die Planung klinischer Studien relevant. (bs)

Autoren: Keenan TD, Agrón E, Domalpally A, Clemons TE, van Asten F, Wong WT, Danis RG, Sadda S, Rosenfeld PJ, Klein ML, Ratnapriya R, Swaroop A, Ferris FL 3rd, Chew EY; AREDS2 Research Group. Korrespondenz: Emily Y. Chew, MD, Division of Epidemiology and Clinical Applications, National Eye Institute, NIH, Building 10, CRC, Room 3-2531, 10 Center Dr., MSC 1204, Bethesda, MD 20892-1204, USA. E-Mail: echew@nei.nih.gov Studie: Progression of Geographic Atrophy in Age-related Macular Degeneration: AREDS2 Report Number 16. Quelle: Ophthalmology. 2018 Jul 27. pii: S0161-6420(18)30875-3. doi: 10.1016/j.ophtha.2018.05.028. [Epub ahead of print] Web: https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(18)30875-3/abstract

18. Dezember 2018