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Internationale Unterschiede in Therapie und Outcome bei tuberkulöser Uveitis

UVEITIS Singapur – mechentel news – Ein internationales Autorenteam um Rupesh Agrawal aus dem National Healthcare Group Eye Institute am Tan Tock Seng Hospital in Singapur untersuchten regionale Unterschiede in der Therapie und den Ergebnissen bei tuberkulöser Uveitis (TBU). In die retrospektive, multinationale Kohortenstudie wurden Patienten aus 25 internationalen Augenkliniken eingeschlossen, bei denen eine TBU diagnostiziert wurde und eine Nachbeobachtungszeit von mindestens einem Jahr gegeben war. Die regionalen Unterschiede der Patienten mit TBU bei den Behandlungsergebnissen wurden durch Überlebenszeitanalysen ausgewertet. Therapieversagen war definiert als Persistenz oder Wiederauftreten der Entzündung innerhalb von 6 Monaten nach Abschluss der antituberkulösen Therapie, als Unfähigkeit, orale Kortikosteroide auf weniger als 10 mg/Tag oder topische Kortikosteroid-Tropfen auf weniger als 2 Tropfen pro Tag zu reduzieren und/oder eine persistierende Entzündung, die eine Kortikosteroid-sparende immunsuppressive Therapie erforderlich machte. Insgesamt wurden die Daten von 945 Patienten (1.485 Augen) mit TBU ausgewertet. Das Durchschnittsalter betrug 41,3 ± 15,0 Jahre, darunter waren mehr männliche Patienten (52,9%) und insgesamt Patienten überwiegend asiatischer Abstammung (74,4%). Die meisten Patienten hatten keine Symptome (92,0%) oder Anamnese (76,7%), die auf eine Lungentuberkulose (TB) hindeuteten. Einige Patienten wiesen Anzeichen einer inaktiven Lungen-TB in Röntgenaufnahmen (26,9%) oder Computertomographie (68,6%) des Thorax auf. Patienten mit westlichem geografischen Ursprung (p = 0,010), afrikanischer oder hispanischer Ethnie (p < 0,001) und positivem Immigrantenstatus (p = 0,027) hatten schlechtere Überlebenszeitergebnisse. Die Autoren halten in der August-Ausgabe 2018 des Fachjournals Investigative Ophthalmology & Visual Science fest, dass diese Studie erstmalig multinational die regionalen Unterschiede bei den Therapieergebnissen dieser schwer fassbaren Form der extrapulmonalen TB in den Fokus nimmt. Die Ergebnisse würden hilfreich sein für das Design zukünftiger interdisziplinärer Studien zusammen mit Internisten, um für diese frühe Möglichkeit eine TB zu therapieren, praktische Leitlinien zu erstellen und Strategien für Risikogruppen wie zum Beispiel Immigranten zu entwickeln. (bs)

Autoren: Agrawal R, Gunasekeran DV, Raje D, Agarwal A, Nguyen QD, Kon OM, Pavesio C, Gupta V; Collaborative Ocular Tuberculosis Study Group. Korrespondenz: Vishali Gupta, Advanced Eye Centre, Postgraduate Institute of Medical Education and Research, Chandigarh, India. E-Mail: vishalisara@yahoo.co.in Studie: Global Variations and Challenges With Tubercular Uveitis in the Collaborative Ocular Tuberculosis Study. Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci. 2018 Aug 1;59(10):4162-4171. doi: 10.1167/iovs.18-24102. Web: https://iovs.arvojournals.org/article.aspx?articleid=2697629

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