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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Kortikoidsparendes Potenzial von intravitrealem Sirolimus bei nichtinfektiöser Uveitis

UVEITIS Palo Alto – mechentel news – In den letzten Jahrzehnten umfasste das Therapiemodell für die Gruppe intraokularer entzündlicher Erkrankungen nichtinfektiöse intermediäre Uveitis, posteriore Uveitis und Panuveitis systemische und lokale (periokulare oder intraokulare) Kortikosteroide, Biologika und andere steroidsparende immunmodulatorische Therapeutika. Vor kurzem wurde eine intravitreale Rezeptur von Sirolimus entwickelt, einem Immunsuppressivum, das das Ziel von Rapamycin im Säugetier, einen Schlüssel-Regulator des Zellwachstums im Immunsystem, hemmt. Aufgrund dieses Wirkmechanismus und der lokalen Applikationsmethode wurde die Hypothese aufgestellt, dass intravitrealer Sirolimus die Entzündung bei Patienten mit nichtinfektiöser intermediärer Uveitis, posteriorer Uveitis und Panuveitis mit minimaler systemischer Exposition und geringen systemischen Nebenwirkungen (UEs) verbessern kann. Die Arbeit von Quan D. Nguyen aus dem Byers Eye Institute der Stanford University School of Medicine in Palo Alto im Bundesstaat Kalifornien, USA, und der Kollegen aus den USA, Italien und Indien fasst die Ergebnisse zu Pharmakokinetik, Wirksamkeit und Sicherheit von intravitrealem Sirolimus aus 3 präklinischen und 4 klinischen Studien der Phase 1-3 zusammen. Präklinische Studien an Kaninchen zeigten, dass 22 bis 220 μg intravitrealer Sirolimus für 2 Monate oder länger zu einer verzögerten Freisetzung von Sirolimus im Glaskörper führen, wobei die systemischen Konzentrationen unterhalb der Schwelle für die systemische Immunsuppression lagen (etwa 8 ng/ml). Im Weiteren wurde in zwei Phase-1-Studien (n = 50 und n = 30) festgestellt, dass intravitrealer Sirolimus die Augenentzündung beim Menschen verbessert. Weitere Untersuchungen im Rahmen von Phase-2- und -3-Studien (n = 24 beziehungsweise n = 347) legen nahe, dass 440 μg das beste Nutzen-Risiko-Profil aufweisen. In der Phase-3-Studie war der Anteil der Patienten, die eine vollständige Rückbildung der Augenentzündung im 5. Monat zeigten, in der 440-µg-Gruppe signifikant höher als in der 44-µg-Gruppe (22,8% gegenüber 10,3%; p = 0,025). Darüber hinaus brachen 47 von 69 Patienten (68,1%), die zu Beginn der Studie mit systemischen Kortikosteroiden behandelt wurden, die Kortikosteroidanwendung bis zum Monat 5 ab. In den Studien Phase 1 bis 3 wurden keine systemischen Nebenwirkungen von Sirolimus berichtet. Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im Juli 2018 beim Fachjournal Ophthalmology zusammen, dass diese präklinischen und klinischen Studiendaten zu intravitrealem Sirolimus die Begründung einer Therapie nichtinfektiöser Uveitis mit einem lokalen Rapamycin-Inhibitor unterstützen und nahelegen, dass 440 μg intravitrealer Sirolimus das Potenzial habe, ein wirksames und gut verträgliches entzündungshemmendes und Kortikoid-sparendes Therapeutikum bei nichtinfektiöser intermediäre Uveitis, posteriorer Uveitis und Panuveitis zu sein. (bs)

Autoren: Nguyen QD, Merrill PT, Sepah YJ, Ibrahim MA, Banker A, Leonardi A, Chernock M, Mudumba S, Do DV. Korrespondenz: Quan Dong Nguyen, MD, MSc, Byers Eye Institute, Spencer Center for Vision Research, Stanford University, 2370 Watson Court, Suite 200, Palo Alto, CA 94303, USA. E-Mail: ndquan@stanford.edu Studie: Intravitreal Sirolimus for the Treatment of Noninfectious Uveitis: Evolution through Preclinical and Clinical Studies. Quelle: Ophthalmology. 2018 Jul 27. pii: S0161-6420(17)33538-8. doi: 10.1016/j.ophtha.2018.06.015. [Epub ahead of print] Web: https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(17)33538-8/abstract