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Palliative TURP bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom mit lokaler Symptomatik

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PROSTATE Quebec – mechentel news – Das Prostatakarzinom ist eine der führenden Ursachen für krebsbedingte Morbidität und Mortalität bei Männern. Das fortgeschrittene Prostatakarzinom kann zu metastatischen Folgeerscheinungen führen, die Schmerzen und lokale Komplikationen wie eine Obstruktion der Blase und anhaltende Hämaturie verursachen. Bei einigen Patienten kann eine palliative transurethrale Resektion der Prostata (TURP) diese Komplikationen angehen und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Joanie Pelletier et al. aus der Chirurgischen Klinik der Université Laval in Québec, Kanada, analysierten die Daten von 58 Patienten, die zwischen 2006 und 2016 mit einer palliativer TURP in ihrem Zentrum therapiert worden sind. Die primäre Indikation für eine palliative TURP war eine Blasenausgangsobstruktion (69%) oder eine Hämaturie (22%). Nur ein Patient erlitt postoperativ ein schweres unerwünschtes Ereignis, während die Mortalitätsrate nach 90 Tagen bei 3,4% lag. Nephrostomie-Röhrchen oder Ureterstents, die vor der palliativen TURP angelegt worden waren, blieben in allen Fällen unbegrenzt in situ. Die Autoren berichten in der August-Ausgabe 2018 des Fachjournals Urologic Oncology nicht über Daten hinsichtlich der Verbesserung der Symptome bei den Patienten. (mm/bs)

Autoren: Pelletier J, Cyr SJ, Julien AS, Fradet Y, Lacombe L, Toren P. Korrespondenz: Paul Toren, Department of Surgery, Faculty of Medicine, Université Laval, Québec, Canada. E-Mail: paul.toren@crchudequebec.ulaval.ca Studie: Contemporary outcomes of palliative transurethral resection of the prostate in patients with locally advanced prostate cancer. Quelle: Urol Oncol. 2018 Aug;36(8):363.e7-363.e11. doi: 10.1016/j.urolonc.2018.05.004. Web: https://www.urologiconcology.org/article/S1078-1439(18)30156-X/abstract

Kommentar In dieser Studie widmen sich die Autoren der Effektivität einer palliativen TURP zur Therapie lokaler Symptome bei Patienten mit Prostatakrebs. Die Patienten wurden insbesondere aufgrund einer Obstruktion der Harnblase oder Hämaturie behandelt und nur ein Patient hatte postoperative ein schweres unerwünschtes Ereignisse. Obwohl interessant, wurden keine Daten zur Verbesserung der funktionellen Ergebnisse vorgelegt und somit sind die Ergebnisse dieser Studie begrenzt. Das Verfahren scheint jedoch durchführbar und könnte Patienten mit lokalen Symptomen im Rahmen einer palliativen Prostatakarzinom-Therapie vorgeschlagen werden. (mm/bs)

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Klinik für Urologie, LUKS.

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