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Lokales Nierenzellkarzinom: Keine bessere Überlebenschance durch intensivere Nachbeobachtung

RENAL CANCER Lund – mechentel news – Es gibt keine eindeutigen Daten über die optimale Nachbeobachtungsstrategie für Patienten mit lokalem Nierenzellkarzinom. Die Wissenschaftler um Saeed Dabestani vom Department of Clinical Sciences der Lund University am Skane University Hospital in Lund, Schweden, und Kollegen nutzten die RECUR-Datenbank, ein multizentrisches Konsortium mit protokollbasierter Datenerhebung der European Association of Urology renal cancer guidelines panel initiative. Das Ziel dieser Studie war es, die bildgebende Intensität zu evaluieren, die in zeitgemäßen Follow-ups verwendet wird, um ihre Assoziation mit dem Ergebnis bei Nachweis des Wiederauftretens der Erkrankung zu bewerten. 1612 Patienten mit nicht-metastasiertem Nierenzellkarzinom, die zwischen 2006 und 2011 an zwölf Instituten in acht europäischen Ländern kurativ behandelt wurden, sind inkludiert. Ein Rezidiv konnte bei 336 Patienten festgestellt werden. Die bildgebenden Nachuntersuchungen fanden mittels Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Thoraxröntgen und Ultraschall statt. Die Autoren der im Februar 2019 in der Fachzeitschrift European Urology veröffentlichten Studie kommen zu dem Schluss, dass eine intensivere Nachbeobachtung als in den EAU-Richtlinien 2017 empfohlen, das Gesamtüberleben kaum verbessert. (mm/ut)

Autoren: Dabestani S, Beisland C, Stewart GD, Bensalah K, Gudmundsson E, Lam TB, Gietzmann W, Zakikhani P, Marconi L, Fernandéz-Pello S, Monagas S, Williams SP, Torbrand C, Powles T, Van Werkhoven E, Meijer R, Volpe A, Staehler M, Ljungberg B, Bex A. Korrespondenz: Axel Bex, Division of Surgical Oncology, Department of Urology, The Netherlands Cancer Institute, Plesmanlaan 121, 1066 CX Amsterdam, The Netherlands. E-Mail: a.bex@nki.nl. Studie: Intensive Imaging-based Follow-up of Surgically Treated Localised Renal Cell Carcinoma Does Not Improve Post-recurrence Survival: Results from a European Multicentre Database (RECUR). Quelle: Eur Urol. 2019 Feb;75(2):261-264. doi: 10.1016/j.eururo.2018.10.007. Epub 2018 Oct 11. Web: https://www.europeanurology.com/article/S0302-2838(18)30748-6/fulltext

Kommentar Diese Studie deutet darauf hin, dass ein intensiveres Follow-up als das in den Leitlinien vorgeschlagene nicht effektiv ist, um das Gesamtüberleben nach einem Rezidiv zu verbessern. Angesichts dieser Ergebnisse erscheinen die von der European Association of Urology vorgeschlagenen aktuellen Follow-up-Maßnahmen für chirurgisch behandelten Nierenkrebs optimal und eine Intensivierung ist nicht mit einem verbesserten Gesamtüberleben verbunden. (mm)

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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