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Strahlenrisiko durch CT-Urographie bei Beurteilung der asymptomatischen mikroskopischen Hämaturie

DIAGNOSTIC EVALUATION Pittsburgh – mechentel news – Guidelines über das Management von asymptomatischer Mikrohämaturie (AMH) sind uneinheitlich und zum aktuellen Zeitpunkt kann keine allgemeingültige Aussage darüber gemacht werden, wie explizit vorgegangen werden soll. Häufig, wie etwa in den AUA Guidelines, wird zur Abklärung nach Ausschluss anderer Ursachen eine CT Urographie empfohlen. Todd Yecies hat mit seimem Team aus dem Department of Urology am University of Pittsburgh Medical Center in Pittsburgh, USA, eine Literatursuche zur Informationsgewinnung über Geschlechts- und Altersspezifische strahlenbedingte Sekundärschäden eingeholt („Biological Effects of Ionizing Radiation VII Phase 2 report“) und eine Dosis-Extrapolation mittels einem linearen „no threshold“ Modell hergestellt. Die Prävalenz eines Urothelkarzinoms des oberen Harntraktes (UTUC) lag bei 0,0053% und die Prävalenz eines Nierenzellkarzinoms (NCC) bei 0,48%.Gerechnet auf eine angenommene Population von 100.00 Patienten würden also 53,1 Patienten ein UTUC aufweisen und 478 ein NCC; wäre lediglich ein Ultraschall zur Abklärung durchgeführt worden, wären von allen UTUC und NCC Patienten insgesamt 98 Patienten übersehen worden. Die effektive Strahlendosis lag bei 31,7 mSv. Basierend auf ihrem Risikomodell wären durch diese Belastung 149 neue Fälle von sekundären Tumorerkrankungen induziert worden und darunter 101 Todesfälle, so das Fazit der Studie aus der November-Ausgabe 2018 des Fachjournals THE JOURNAL OF UROLOGY. (cw/um)

Autoren: Yecies T1, Bandari J2, Fam M2, Macleod L2, Jacobs B2, Davies B2., Korrespondenz: 1 Department of Urology, University of Pittsburgh Medical Center, Pittsburgh, Pennsylvania. Electronic address: Yeciest@upmc.edu., 2 Department of Urology, University of Pittsburgh Medical Center, Pittsburgh, Pennsylvania, Studie: Risk of Radiation from Computerized Tomography Urography in the Evaluation of Asymptomatic Microscopic Hematuria., Quelle: J Urol. 2018 Nov;200(5):967-972. doi: 10.1016/j.juro.2018.05.118. Epub 2018 May 30., Web: https://www.jurology.com/doi/10.1016/j.juro.2018.05.118

Kommentar Die Autoren geben an, dass die Prävalenz einer AMH in der Bevölkerung bei etwa 13% liegt. Somit ist die Durchführung einer strahlenintensiven Untersuchung mit ihren deterministischen und stochastischen Effekten ein relevanter Faktor der die Bevölkerungsgesundheit potentiell beeinflusst und laut dem Modell der Autoren durch möglicherweise häufigeres Auftreten sekundärer Tumorerkrankugnen sogar die diagnostischen Benefits untergräbt. Besonders bei jungen Patienten sollte daher basierend auf diesem Risikomodell die Methode der Wahl neu beleuchtet werden. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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