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Unterschiedliches Outcome bei verschiedenen Subtypen des orbitalen Lymphoms

TUMOR Kopenhagen – mechentel news – Diese internationale Studie unter Federführung von Tine G. Olsen aus der Augenklinik am Rigshospitalet der Universität Kopenhagen in Dänemark untersuchte und bestimmte die klinischen Charakteristika verschiedener Subtypen des orbitalen Lymphoms.Die retrospektive, interventionelle Fallserie wurde an sieben internationalen Augentumorzentren durchgeführt. Es wurden Patientendaten vom 1. Januar 1980 bis zum 31. Dezember 2017 erfasst.Insgesamt wurden 797 Patienten mit einem histologisch verifizierten orbitalen Lymphom eingeschlossen. Die primären Endpunkte waren das Gesamtüberleben, das krankheitsspezifische Überleben und das progressionsfreie Überleben. Das Durchschnittsalter lag bei 64 Jahren und 51% der Patienten waren männlich. Die Mehrzahl der Lymphome stammte aus B-Zellen (98%, n = 779). Dabei war das extranodale marginale B-Zell-Lymphom (EMZL) der häufigste Subtyp (57%, n = 452), gefolgt vom diffusen großen B-Zell-Lymphom (DLBCL) (15%, n = 118), follikulären Lymphom (FL) ( 11%, n = 91) und dem Mantelzelllymphom (MCL) (8%, n = 66). Das lokalisierte Ann-Arbor-Stadium IE des EMZL und des FL wurde häufig mittels externer Strahlentherapie behandelt. Bei DLBCL, MCL und disseminiertem EMZL und FL erhielten die Patienten primär eine Chemotherapie. EMZL- und FL-Patienten hatten eine deutlich bessere Prognose (10-jähriges krankheitsspezifisches Überleben von 92% bzw. 71%) als DLBCL- und MCL-Patienten (10-jähriges krankheitsspezifisches Überleben von 41% bzw. 32%). Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im November 2018 beim American Journal of Ophthalmology zusammen: Bei Patienten mit orbitalem Lymphom wurden hauptsächlich die vier Lymphomsubtypen EMZL, DLBCL, FL und MCL gefunden. Der histologische Subtyp erwies sich dabei als die wichtigste Vorhersagevariable für das Outcome, wobei EMZL- und FL-Patienten eine deutlich bessere Prognose als DLBCL- und MCL-Patienten hatten. (bs)

Autoren: Olsen TG, Holm F, Mikkelsen LH, Rasmussen PK, Coupland SE, Esmaeli B, Finger PT, Graue GF, Grossniklaus HE, Honavar SG, Khong JJ, McKelvie PA, Mulay K, Sjö LD, Vemuganti GK, Thuro BA, Heegaard S. Korrespondenz: Steffen Heegaard, Department of Pathology, Rigshospitalet, University of Copenhagen, Frederik V‘s Vej, 11, 1. Sal, DK-2100 Copenhagen Ø, Denmark. E-Mail: sthe@sund.ku.dk. Studie: Orbital Lymphoma — An International Multicenter Retrospective Study. Quelle: Am J Ophthalmol. 2018 Nov 9. pii: S0002-9394(18)30626-3. doi: 10.1016/j.ajo.2018.11.002. [Epub ahead of print] Web: https://www.ajo.com/article/S0002-9394(18)30626-3/abstract

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