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Langzeitergebnisse bei Nierentumorpatienten mit Radiofrequenzablation

 

RENAL CELL CARCINOMA Dallas – mechentel news – Brett Johnson und Kollegen aus dem Department of Urology der University of Texas Southwestern, Dallas, USA, haben in ihrer Studie die onkologischen Langzeitergebnisse von Patienten mit Nierentumoren publiziert, die eine Radiofrequenzablation (RFA) erhielten. Hierzu wurden retrospektiv Patienten zwischen 2000 und 2007 identifiziert und demographische, klinische und radiologische Daten ausgewertet, die eine Evidenz für ein Rezidiv zeigen würden. Patienten mit familärer Häufung von Nierenzellkarzinomen wurden ausgeschlossen. Wie das Forscherteam in seiner Studie, die im Original in der Februar-Ausgabe des Fachmagazins THE JOURNAL OF UROLOGY erschienen ist, berichten, wurden 112 Tumore bei 106 Patienten mittels RFA behandelt, das mediane Patientenalter lag bei 63.1 Jahren (IQR 56.4-70.6). Das mediane Follow-Up lag bei 79 Monaten (IQR 28.9 – 121.1). Die mittlere Tumorgröße lag bei 2.5 +/- 0.8 cm. Initialer technischer Erfolg lag bei 97% aller Patienten vor. 10 Rezidive wurden beschrieben, wobei die 6 Jahres disease-free und cancer-specific survival Raten bei jeweils 89% und 96% lagen. Ein Rezidiv nach 5 Jahren wurde nicht mehr beobachtet. Bei Tumoren über 3 cm zeigte sich das disease-free survival bei 68%. In der Subgruppe mit mindestens 10 Jahren Follow-up wurden folgende Outcomes beschrieben: 82% disease-free-, 94% cancer-specific- und 49% overall-survival. (cw/bg)

Autoren: Johnson BA1, Sorokin I, Cadeddu JA., Korrespondenz: 1 Department of Urology, University of Texas Southwestern, Dallas, Texas., Studie: Ten-Year Outcomes of Renal Tumor Radio Frequency Ablation., Quelle: J Urol. 2019 Feb;201(2):251-258. doi: 10.1016/j.juro.2018.08.045., Web: https://www.auajournals.org/doi/10.1016/j.juro.2018.08.045

Kommentar

Das onkologische Outcome der RFA scheint für Patienten mit kleinen Tumoren eine gute Alternative zur Nierenteilresektion zu sein, wobei die onkologische Sicherheit bei größeren Tumoren stark abnimmt (siehe Figur 1). Dementsprechend gliedert sich die Indikation für die RFA genau bei der Tumorgrösse ein, wo zuletzt ohnehin immer mehr über das Pro und Contra jeglicher aktiver Therapie diskutiert wird. Insbesondere ältere, multimorbide Patienten mit kleinen Tumoren profitieren oftmals nicht von aktiven Therapien, insbesondere nicht von sehr invasiven Eingriffen wie der Nierenteilresektion. Für diese Patienten kann eine RFA eine gute Alternative darstellen, wie diese Studie zeigt. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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